Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

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10 Leckerlies für Papageien

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Leckerlies, Leckerchen und kleine Naschereien sind ein wichtiges Band in der Beziehung zwischen Papagei und Halter. Sie dienen als Belohnung, helfen beim Training oder sind einfach nur eine Aufmerksamkeit zwischendurch: „Sieh her, ich habe an Dich gedacht und Dir etwas Feines mitgebracht“. Getreu dem Motto „Liebe geht durch den Magen“ hat sich so mancher Papagei durch ein Leckerli leichter an die Hand des Halters gewöhnt. Bei uns hatten Leckerchen auch immer die Funktion als „genehmigte Beute“ in der Küche und am Esstisch.

Warum auch bei Leckerlies Abwechslung sinnvoll ist

Sicher weiß wohl jeder Halter, welche Leckereien bei seinen Vögeln besonders beliebt sind. Doch etwas Abwechslung schadet ja auch nicht. Warum? Ganz einfach:

  • Man hat ein paar Alternativen, falls das weltbeste Leckerli gerade mal ausgegangen ist.
  • Eine abwechslungsreiche Ernährung ist außer bei ganz ausgewiesenen Futterspezialisten immer von Vorteil. Sie beugt einem Mangel oder einer Überversorgung mit bestimmten Nährstoffen vor.
  • Wie Menschen können auch Papageien ihren Geschmack ändern. Was bis gestern ein tolles Lockmittel war kann heute total uninteressant sein.
  • Verschiedene Leckerlies passen zu verschiedenen Situationen: etwas Trockenes nicht Krümelndes auf dem Sofa, etwas Weiches oder Saugfähiges um ein Medikament darin zu verstecken oder etwas zum Naschen am Familientisch.
  • Gemeinsam etwas Neues auszuprobieren macht Spaß.
  • Besonders konservative Exemplare bleiben auf die sanfte Art an etwas Veränderung gewöhnt.

Deshalb gibt es an dieser Stelle

Zehn Anregungen für mehr Abwechslung bei Leckerlies für Papageien:

1 Nüsse aller Art und Mandeln

Wohl mit ein Klassiker – trocken, sauber, haltbar, gut aufzubewahren und zu transportieren und meist sehr beliebt. Es gibt einige Sorten zum Durchprobieren und zur Abwechslung, wobei manche Sorten ziemlich teuer sind. Bei uns lief es dann doch meist auf ganz normale Süßmandeln hinaus. Zusätzliche Beschäftigung bieten Nüsse mit Schale. Je nach Art muss man vielleicht die Schale vorab etwas anknacken.

Hinweis: Nüsse sind fett- und energiereich. Bei Vögeln mit Gewichts- oder Leberproblemen eher wenig anbieten.

2 Trockenfrüchte

Sozusagen der direkte Nachbar aus dem Müsliregal. Auch hier gibt es viel Auswahl zu moderaten Preisen. Wer ein Dörrgerät besitzt, kann sie auch selbst herstellen. Je nach Vorliebe kann man weichere Früchte wie Rosinen und Apfelringe oder knusprig-harte Bananenscheiben anbieten.

Hinweis: Durch den Trocknungsprozess erhöht sich der teilweise ohnehin schon hohe Zuckergehalt der Früchte. Daher nicht noch zusätzlich gezuckerte oder sonst irgendwie behandelte Trockenfüchte anbieten.

3 Sonnenblumenkerne oder andere Samen

Wenn die ohnehin schon täglich reichlich im Futternapf liegen sind sie ja nichts Besonderes mehr. In allen anderen Fällen sind auch ein paar Sonnenblumenkerne eine willkommene Nascherei.

Als Leckerchen eignen sich besonders größere Samen, wie auch Kürbiskerne

4 Hirse

Ich habe unseren beiden Grauen gern mal ein ca. 2 cm langes Stück Hirsekolben abgeschnitten und zwischendurch aus der Hand angeboten. Das wurde meist gern genommen. Der Nachteil ist allerdings, dass beim Verzehr jede Menge sehr feine Krümel und Spelzen entstehen. Man sollte sich also vorher überlegen, wo man die Hirse anbietet.

5 Kräcker / Kekse / Riegel

Die Auswahl im Handel ist so riesig, dass sich wohl für jeden Papageiengeschmack etwas findet. Allerdings ist bei allen Produkten die nicht speziell für Papageien angeboten werden ein kritischer Blick auf die Zutatenliste angesagt:  zu fettig? Zu viel Zucker? Gesalzen? Sonstige Bestandteile die nicht gut für Papageien sind? Vieles aus dem Knabber- und Süßwarensortiment für Menschen würde ich nur wenig oder gar nicht anbieten.

Die bessere Alternative ist, selbst Papageienkekse und Kräcker zu backen. Dann weiß man was drin ist und kann die Vorlieben seiner Vögel berücksichtigen. Billiger ist es meist auch und die Papageien dürfen bei der Zubereitung „helfen“. Im Internet findet man genug Rezepte und Anleitungen, z.B. im Blog der Papageien-Bäckerei.

6 Brot / Brötchen

Das war bei uns immer die „zugelassene Beute“ am Frühstücks- oder Abendbrotstisch. Neben dem naschen muss auch das zerfleddern einer ganzen Brotscheibe viel Spaß gemacht haben. Abwechslung bieten Sorten mit oder ohne Körner und die  Variation zwischen knuspriger Rinde, weichem Innenleben oder gar Altbackenem.

7 Nudeln

Bei unseren Grauen immer sehr beliebt – und zwar gekocht und ungekocht. Ungekochte Nudeln eigenen sich gut zum „in die Hand nehmen“ und knabbern. Da es bei uns meistens Spaghetti gibt, waren die dünnen Nudeln schon eine nette Herausforderung für die großen Papageienfüße. Praktischer sind da schon kurze dicke Nudeln wie Makkaroni. Abwechslung bietet nicht nur die Form, sondern auch Vollkornnudeln und andere Spezialprodukte.

Für die gekochte Variante auch hier wieder der Hinweis sparsam mit Salz umzugehen.

8 Essen vom Menschentisch

Es spricht nichts dagegen, den Papageien gelegentlich geeignete Teile des Familienessens anzubieten. In Frage kommen hier fettarm zubereitete und wenig gesalzene Speisen wie gedünstetes Gemüse, Kartoffeln, Reis etc. Manche Halter bieten auch mal einen Hühnerknochen mit kleinen Fleischresten an. Man sollte bevorzugt selbst zubereitete Speisen anbieten. So vermeidet man unerwünschte Zusätze wie Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder zu viel Salz.

In Bezug auf Salz kann man es ja so machen wie wir mit unseren Kindern im Beikostalter: Das Essen wird mit ganz wenig salz gekocht und die Erwachsenen können am Tisch noch nachwürzen.

9 Käse

Unsere beiden Grauen waren immer ganz begeistert, wenn sie ein Stück „Frucht vom Käsebaum“ erhalten haben. Wegen der Fett-, Salz- und Kuhmilchproblematik sollte man aber nicht zu viel und zu oft davon anbieten.

10 Joghurt

Auch Joghurt wird von vielen Papageien gern als kleines Extra genommen. Mehr dazu habe ich bereits hier geschrieben.

Falls jemand noch weitere Ideen hat, nehme ich das gern hier mit auf.

Übrigens habe ich auf dem Papageien-Blog einen interessanten Tipp zum Thema Leckerlies gefunden. Carola empfiehlt dort einen Leckerchenbeutel mit Clip, um ihn am Hosenbund zu befestigen. Der wird wohl eigentlich für Hundehalter angeboten. Falls man viel mit Belohnungen arbeitet, ist das sicher eine gute Idee.

Nachtrag und Warnhinweis: Ich habe ja oben schon darauf hingewiesen, dass bei manchen Leckerchen Zurückhaltung geboten ist. Gerade Dinge die eher der Menschenkost als der Papageienkost zuzurechnen sind enthalten oft Bestandteile, die der Gesundheit von Papageien nicht zuträglich sind. Hier halte ich es mit Paracelsus, der sinngemäß sagte „Jeder Stoff ist ein Gift; es kommt nur auf die Dosis an“. Im Klartext heißt das, dass Naschereien wie Käse, Süßigkeiten, Salzgebäck u.ä. wirklich nur selten und in kleinen Mengen angeboten werden sollten. Eine tolle Veranschaulichung dazu habe ich auf Ann Castros Vogelschule in diesem Beitrag gefunden. Man kann sich das nicht genug in Erinnerung rufen, dass manche Leckereien wirklich nur ein seltener Genuss bleiben sollten. Für uns Menschen wäre es ja auch nicht gut, täglich fünf Tafeln Schokolade zu futtern!

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