Papageienblog

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Graupapagei

Baden für Papageien – Welche Möglichkeiten gibt es – Teil 1

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Das Thema baden finde ich bei Papageien oft etwas schwierig – zumindest bei den als konservativ geltenden Grauen. Nicht jeder Papagei mag jede Art zu baden. Es kann also ein langer Weg sein, herauszufinden, wie man seinen Vogel so nass bekommt, dass er es auch mag.  Grund genug, hier etwas näher darauf einzugehen.

Papageien haben das Bedürfnis zu baden

Zur Einstimmung eine kleine Begebenheit vom letzten Sonntag: Es war es wunderbar klar und sonnig. Unser Papageienzimmer liegt nach Osten. Dort war es am Vormittag endlich wieder einmal richtig hell. Das viele Licht muss Eddie in Badestimmung versetzt haben. Er hat sich auf das einzige Wasser gestürzt, das gerade verfügbar war – in seinem Trinknapf.

Es ist nicht verwunderlich, dass dieses Bad nicht besonders effektiv war. Aber es sah lustig aus: Eddie hing kopfüber am Gitter über seinem Trinknapf, Flügel und alle Federn abgestellt und machte Badebewegungen. Er gab sich alle Mühe, das Wasser aus dem Napf in alle Richtungen zu verspritzen, um so ein Regenbade zu nehmen. Das mit dem verspritzen hat gut geklappt – es war hinterher alles nass. Nur Eddie hat nicht wirklich viel abbekommen. Ist ja auch kein Wunder bei dem kleinen Napf.

Ich habe noch schnell den momentan nicht benutzten zweiten Körnernapf herausgesucht und den mit Wasser gefüllt. Der ist immerhin etwas größer. Aber da war es schon zu spät. Außerdem hatte Eddie natürlich nicht erwartet an der Stelle in dem Napf Wasser vorzufinden. Also ist es trotz aller Bemühungen eigentlich bei einem Badeversuch geblieben.

Nun aber zu meinen Tipps und Hinweisen zum baden für Papageien:

Beim schreiben habe ich festgestellt, dass mir zu diesem Thema doch recht viel einfällt. Ich werde daher eine kleine Artikelreihe starte.

  • Los geht es hier in Teil 1 mit ein paar grundsätzlichen Überlegungen – Für den erfahrenen Papageienhalter sicherlich nichts Neues, aber ein Einstieg für interessierte Papageienneulinge.
  • In Teil 2 geht es um allgemeine Hygieneregeln und Möglichkeiten zum duschen
  • In Teil 3 gehe ich abschließend auf die verschiedenen Möglichkeiten für die Badefreunde unter den Papageien ein.

Baden ist  wichtig für Papageien

Ein regelmäßiges  Bad gehört grundsätzlich zur Papageienkörperflege und dient auch der Gesunderhaltung. Der Federstaub und Verschmutzungen werden aus dem Gefieder gewaschen. Saubere Federn können ihre Schutzfunktion besser erfüllen und regen auch nicht so stark zu übermäßiger Gefiederpflege an.

Wir haben immer wieder festgestellt, wie schön weich sich ein Papageiengefieder nach dem Bad anfühlt, wenn es wieder getrocknet ist. Außerdem gehört baden zum natürlichen Verhaltensrepertoire. Die Vögel genießen ein Bad meist sichtlich und sind für eine Weile gut beschäftigt.

Baden kann schwierig sein

In der freien Natur baden bzw. duschen Papageien entweder in einem Regenschauer oder in flachen Gewässern und Pfützen. Beides ist in der Wohnungshaltung eher schwierig bereitzustellen.  Welche Bademöglichkeit auch immer man anbietet – der Papagei muss sie erst einmal als solche erkennen, bereit sein sie zu nutzen und dann auch noch herausfinden wie er es am besten anstellt.

Nach meiner Erfahrung kann das eine ziemlich große Hürde sein.  Die Mehrzahl der Papageien, die bereits bei uns lebten waren vielleicht nicht unbedingt Badeverweigerer. Wir hatten aber keine Art zu baden gefunden, die von den Vögeln auch angenommen wurde.

Der Weg zum Erfolg

Grundsätzlich ist auch hier das übliche Rezept in der Papageienhaltung angesagt: Experimentieren – ausprobieren – verschiedene Möglichkeiten anbieten – immer wieder anbieten – und vor allem Geduld, Geduld, Geduld.

Ich habe schon oft gelesen, dass Papageien durch verschiedene Geräusche in Badestimmung gebracht kommen können. Ein laufender Wasserhahn ist da eine gute Wahl. Auch der Motor des Staubsaugers weckt bei vielen Papageien Badewünsche. Grund ist wohl, dass ein Staubsauger ähnlich klingt wie das Grollen eines in der Ferne aufziehenden Gewitters.

Nicht jeder Papagei mag jede Art zu baden. Arten die aus tropischen Regenwäldern stammen, sind oft eher für eine Dusche zu begeistern. Andere Arten wie auch die Graupapageien sind eher klassische „Bader“. Die möchten sich lieber in eine flache Badestelle setzen und den „Regen“ per Flügelschlag selbst erzeugen. Es lohnt sich also, mehrere verschiedene Möglichkeiten für ein Bad oder eine Dusche anzubieten.

Dazu noch ein ganz wichtiger Tipp. Wenn man einen Papagei neu übernimmt, sollte man unbedingt den Vorbesitzer oder Züchter nach den Badegewohnheiten fragen. Unter Umständen kann man sich so viel unnötige Probiererei ersparen.

  • Nickis Züchter hatten uns erzählt, dass sie ihre Jungvögel immer in der Küche im Spülbecken ans baden gewöhnen. So badet Nicki noch heute gern.
    Graupapagei beim baden im Spülbecken - auch so gelingt das Bad bei Papageien

    Nicki bei ihrem Duschbad im Spülbecken – man sieht auch gut wie nass schon alles rundherum ist

  • Bei Eddie hatten wir da weniger Glück. Der Züchter meinte „Oh ja, die baden alle gern. Sie müssen die mal erleben, wenn ein Regenschauer aufzieht. Dann kommen alle raus in die Außenvolieren, hängen sich kopfüber ans Dach und baden begeistert im Regen.“ Schön. Nur mangels Außenvoliere haben wir leider noch keine wirklich geeignete Bademöglichkeit für Eddie gefunden.
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