Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Buchtipps: Medizinbücher für Papageienhalter

| Keine Kommentare

Heute gibt es Buchtipps rund um das Thema Medizin und Erkrankungen von Papageien. Ausgewählt habe ich zwei Bücher, die sich sehr gut ergänzen. Es ist vielleicht nicht die bevorzugte Wochenendlektüre, dennoch empfehle ich jedem Papageienhalter, auch Literatur zum Thema Medizin, Gesundheit und Notfallversorgung für Papageien im Haus zu haben.

Dieses Spektrum wird in meinem Bücherregal durch folgende zwei Titel abgedeckt:

  • Notfallhilfe für Papageien und Sittiche von Doris Dühr und
  • Leitsymptome bei Papageien und Sittichen, herausgegeben von Michael Pees

Der Ratgeber für Notfälle

Niemand wünscht es sich, doch niemand ist davor sicher: Unfälle, Verletzungen und andere medizinische Notfälle bei Papageien. Für den Fall aller Fälle hat man mit Notfallhilfe für Papageien und Sittiche von Doris Dühr
aus dem Arndt-Verlag einen kompakten Ratgeber in der Hand.

Dieses knapp 100 Seiten lange Buch deckt das Themengebiet ziemlich umfassend ab. Es bietet dem Leser das notwendige Grundwissen, um einem Vogel in einer Notsituation fachgerecht helfen zu können.

Der Inhalt ist logisch strukturiert:

  • Die ersten Kapitel befassen sich mit Grundlagen der Ersten Hilfe bei Papageien und Sittichen, dem empfohlenen Inhalt der Notfallapotheke, Fang und Fixierung von Papageien, der Unterbringung kranker oder verletzter Vögel sowie dem Transport zum Tierarzt.
  • Den Hauptteil nimmt mit ca. 45 Seiten das Kapitel über Notfallsituationen ein. Von A wie akute Atemnot bis W wie Wundversorgung werden hier 26 Unfälle und Krankheiten vorgestellt. Für jede Erkrankung gibt es Aussagen zu Anzeichen, Ursachen und Behandlung.
  • Die letzten Kapitel widmen sich weiterführenden Maßnahmen: Akupressur und andere alternative Heilmethoden, Weiterbehandlung erkrankter Vögel, Vorbeugung von Unfällen und Krankzeiten und was man tut, wenn der Papagei stirbt.
  • Ergänzt wird das Buch durch ein Literaturverzeichnis und ein Register.

Der gesamte Inhalt ist durch zahlreiche Fotos, schematische Zeichnungen und Tabellen sehr hilfreich ergänzt.

Auch wenn man an die in diesem Buch beschriebenen Unfälle und Erkrankungen gar nicht denken mag – als verantwortungsvoller Halter sollte man ein Buch über Notfallhilfe für Papageienvögel dennoch vorsorglich gelesen haben. Wenn man seinen Vogel doch einmal in einem akuten Zustand vorfindet, muss wenigstens Grundwissen vorhanden sein. Danach hilft ein schneller Griff zu einem vertrauten Nachschlagewerk weiter.

So sieht es auch die Autorin, die im Vorwort u.a schreibt: „Es sollte für jeden verantwortungsvollen Papageien- oder Sittichhalter eine Verpflichtung sein, Erste Hilfe bei seinem Vogel zu leisten. Doch wer weiß schon genau, wie man diese leistet? … Bitte schieben Sie den Gendanken an Erkrankungen oder Unfälle bei Ihren Papageien oder Sittichen nicht zu weit von sich. Zu einer Notfallsituation kann es jeden Tag kommen! Eignen Sie sich wenigstens ein Grundwissen an und halten Sie die nötigsten Utensilien in Form einer Notfallapotheke zu Hause griffbereit! …

Diese einfachen Vorkehrungen können Leben retten!

Ich mag dieses Buch weil es die Maßnahmen in den verschiedenen Notfällen kurz, knapp und leicht verständlich beschreibt. Was auf den ersten Blick vielleicht zu knapp aussieht, ist wahrscheinlich im Ernstfall gerade die richtige Länge. Dann hat man schließlich keine Zeit mehr, sich durch zwei Seiten kleingeschriebenen Fachtext zu arbeiten.

Link zu Amazon.de: Notfallhilfe für Papageien und Sittiche von Doris Dühr

Das medizinische Fachbuch

Mein zweiter Buchtipp ist das genaue Gegenstück und für mich gerade deshalb die perfekte Ergänzung. Leitsymptome bei Papageien und Sittichen: Diagnostischer Leitfaden und Therapie von Michael Pees
als Herausgeber ist ein Fachbuch.

Dieses über 230 Seiten lange Buch wendet sich nicht nur an medizinische Laien und Papageienhalter, sondern auch an Mediziner. Ausgehend von den möglichen Symptomen weist es den Weg zu Diagnose und Therapie.

Das Buch gliedert sich in drei Abschnitte:

  • Im ersten Teil geht es um die Allgemeinuntersuchung – Anamnese und klinische Untersuchung. Auf wenigen Seiten wird kurz und knapp beschrieben, worauf der Tierarzt – und damit auch der Halter – bei der Untersuchung des Tieres achten sollte.
  • Der Hauptteil befasst sich mit Leitsymptomen, Diagnostik und Therapie. Zehn Kapitel beschreiben jeweils eine Symptomgruppe wie z.B. Gefieder und Hautveränderungen oder neurologische Ausfallerscheinungen. Die Kapitel sind identisch aufgebaut. Sie beginnen stets mit einigen allgemeinen Beschreibungen und Sofortmaßnahmen im Sinne von Notfallhilfe. Danach werden wichtige Ursachen aufgelistet. Ein umfangreicher diagnostischer Leitfaden in Form eines Flussdiagrammes ermöglicht es, von konkreten Symptomen auf mögliche Erkrankungen zu schließen. Diese werden im Folgenden detailliert beschrieben. Dazu gehören die Untersuchung, die Diagnose, mögliche Therapien und eine Prognose zu den Heilungsaussichten.
  • Der dritte Abschnitt beschreibt weiterführende Untersuchungsmöglichkeiten.
  • Ergänzt wird das Ganze durch einen Anhang, in dem es neben den üblichen Verzeichnissen und Registern auch ein ausführliches Medikamentenverzeichnis gibt. Darin werden die gängigen Medikamente mit Wirkstoffen, Handelsnamen, Dosierungs- und Anwendungshinweisen aufgelistet.
Beispielseite aus dem Buch Leitsymptome für Papageien und Sittiche

Übersichtlich: mit dem Diagnostischen Leitfaden vom Symptom zu möglichen Erkrankungen

Warum soll nun ein solches Fachbuch auch in die Bibliothek eins medizinischen nicht vorgebildeten Papageienhalters gehören? Ganz sicher nicht zur Selbstdiagnose und –therapie! Ein Buch ersetzt nie den Arzt.

Aber Papageien sind leider ziemlich krankheitsanfällig. Kein Halter kann sich sicher sein, dass er nie mit einem Tierarzt über eine ernsthafte Erkrankung seines Krummschnabels unterhalten muss. An dieser Stelle sehe ich den Wert dieses Nachschlagewerkes. So eine Situation ist emotional belastend. Man macht sich Sorgen und der Arzt redet über Dinge, von denen man eigentlich nie etwas wissen wollte. Da ist es hilfreich, wenn man zumindest etwas medizinisches Grundwissen mitbringt.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ein gewisses Basiswissen das Gespräch mit dem Tierarzt sehr erleichtert. Man versteht besser, was der Arzt einem erklärt, muss nicht bei jedem Fachwort nachfragen und kann eigene Beobachtungen besser einordnen. Gerade die Ausrichtung dieses Buches an Symptomen schärft das Auge des Halters für die Beobachtung seines Vogels.

Außerdem kann man in diesem Buch nach dem Tierarztbesuch noch einmal ausführlich Details zu der erhaltenen Diagnose nachlesen. Kann man das heutzutage nicht auch kostenlos im Internet? Ja, sicher. Doch im Internet steht viel; leider auch viel Halbwissen und sogar falsche oder veraltete Informationen. Wer hat schon die Muße, sich mit einem erkrankten Vogel erst durch die Informationsflut des Internets zu arbeiten und die verlässlichen Aussagen herauszufiltern?

Hier hält man ein von Experten geschriebenes Fachbuch in der Hand, auf dessen Aussagen man sich verlassen kann.

Kommt man als Laie mit einem medizinischen Fachbuch überhaupt klar? Ich habe keinerlei medizinische Vorbildung und kann diese Frage für dieses Buch mit Ja beantworten. Für das eine oder andere Fachwort muss man sicherlich eine Suchmaschine bemühen. Aber ein besseres Verständnis für die Erkrankung und die Therapiemöglichkeiten kann man aus diesem Buch auch als Nicht-Mediziner erhalten.

Link zu amazon.de: Leitsymptome bei Papageien und Sittichen: Diagnostischer Leitfaden und Therapie von Michael Pees

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Kommentarlinks könnten nofollow frei sein.

anzeigen
verbergen