Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Eddie auf dem Küchentisch

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Zeit für ein kleines Update von Eddies Aktivitäten in unserer Küche. Da hat sich in den letzten Wochen tatsächlich viel getan. Eddie ist viel sicherer geworden und bewegt sich jetzt wie selbstverständlich auf allen für ihn wichtigen Plätzen. Dazu zählt insbesondere die Arbeitsplatte, die bisher vorwiegend Nickis Revier war. Eddie kann die Arbeitsplatte mittlerweile von allen strategisch wichtigen Ausgangspositionen – Lampe, Hängeschrank und direkt aus dem Flur – anfliegen. Manchmal muss er dazu eine extra Schleife drehen, weil er einen so steilen Sinkflug nicht hinbekommt, und ich sollte nicht zu sehr im Wege stehen, aber davon abgesehen klappt es bereits sehr gut. Von dieser neuen Fähigkeit macht Eddie auch reichlich gebrauch. Dafür sitzt er kaum noch auf dem Hängeschrank – von da oben ist er ja nur Zuschauer, während er auf der Arbeitsplatte direkt bei Nicki und somit mitten im Geschehen ist. Frei nach einer großen Zigarettenmarke: „Come to where the action is“. Auch auf der Arbeitsplatte selbst ist er viel selbstsicherer geworden. Meine üblichen Bewegungen bei der abendlichen Essenvorbereitung werden weitgehend akzeptiert. Ich sollte nur nicht zu hektisch oder zu dicht vor seiner Nase herumfuchteln. Ansonsten kann ich mich relativ normal bewegen. Eddie folgt überwiegend Nicki und will sich an ihren Aktivitäten beteiligen – was sie nicht wirklich toll findet. Daneben erkundet er aber auch selbst seine Umgebung. Da Nicki unverändert die Besteckschublade liebt, ist auch Eddie sehr interessiert. Tendenziell wirft er nicht so viel Besteck auf den Boden („Was findet die bloß da dran?“), sonder spielt eher mit dem Besteck. Besonders gern randaliert er mit dem Wassernapf. Das finde ich immer ganz besonders toll, wenn ich schon neues Wasser eingefüllt und eine Hepeel-Tablette aufgelöst hatte. Inzwischen bin ich schon gut darauf konditioniert, den gefüllten Wassernapf außer Reichweite abzustellen. Doch auch leer wird der Napf gern umgeworfen. Da Eddie unverändert zielstrebig versucht alles von Tellern, Tassen bis zu Näpfen umzuwerfen, vermute ich weiterhin, dass dieses Verhalten in seiner Volierenzeit irgendeinen bestimmten Zweck hatte. Allerdings ist es für mich inzwischen nicht mehr damit getan, nur den Wassernapf in Sicherheit zu bringen. Es ist mir nun mal wichtig

  • dass die Vögel sich nicht schon in der Küche den Wanst so voll hauen, dass sie anschließend nicht mehr zum fressen ins Bauer gehen wollen und
  • ass meine Küche nicht allabendlich vollständig in ein obstverklebtes und mit Spelzen gesprenkeltes Schlachtfeld verwandelt wird.

 

Deshalb versuche ich, auch das vorbereitete Obst und die Körnernäpfe außer Reichweite zu halten. Das wird aber nun mit zwei unternehmungslustigen und hungrigen Graupapageien immer schwieriger. Man könnte genauso gut einen Sack Flöhe hüten:

Die Körnernäpfe konnte ich bis vor kurzem einfach in den Geschirrkorb stellen. Den erklimmt Nicki mittlerweile furchtlos. Auf dem Weg wird noch schnell die Flaschenbürste auf den Fußboden befördert und dann geht es über Frühstücksbrettchen und Spültuch direkt zu den Körnern.

Frisches Brot übt auf Nicki eine magische Anziehung aus. Also darf ich nicht mehr so unvorsichtig sein, das Brot einfach am anderen Ende des U-förmigen Küchentisches abzulegen. Letztens hat sich die junge Dame einfach zu Fuß auf den Weg gemacht, ist quer über den Herd gelaufen, hat ein Loch in die Brottüte gebissen und dann genüsslich das Brot zerkrümelt.

Der Herd gehört aber nun zu den wenigen Plätzen in der Küche, die ich zum absoluten Tabu erklärt habe. Da ist mir einfach die Verletzungsgefahr zu groß. Ein Herd könnte ja auch mal in Benutzung sein. Nun reicht es nicht einfach, den Zugang zum Herd mit der großen Gemüseschale aus dem Kühlschrank zu verbauen. Da kann man kurz drumrumflattern und schon geht es weiter. Die einzige sichere Maßnahme besteht darin, auf der anderen Seite vom Herd nichts für einen Papageien attraktives liegen zu lassen. Das ist aber bei zwei Papageien, die prinzipiell alles Fressbare und noch einiges mehr attraktive finden, nicht so einfach.

Gestern waren sie besonders nett. Ich musste neue Körner in die Vorratsdose umfüllen. Eine hungrige Nicki kennt das schon, reckt sich hoch und frisst gleich aus der Dose. Diesmal stand nun Eddie daneben. Zunächst fand ich es schon beachtenswert, dass er mein ganzes hantieren (umfüllen, umrühren) aus nur 20 cm Entfernung ungerühert beobachtet hat. Als Nicki zu fressen begann, hat er es ihr tatsächlich gleich getan. So standen beide förmlich „auf Zehenspitzen“ und reckten die Köpfe in die Dose. Danach war meine Küche doch mit Spelzen gesprenkelt, aber der Anblick war einfach toll.

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