Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Eddie ganz entspannt

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Während Nicki weiter bei der Tierärztin ist, muss Eddie hier weiter als Einzelvogel leben. Wir sind sehr erleichtert, dass er weiterhin so gut mit der Situation klar kommt. Natürlich darf und wird das keine Lösung auf Dauer sein. Früher oder später würden sich mit Sicherheit Probleme einstellen, da Papageien einfach nicht für die Einzelhaltung gemacht sind. Außerdem ist ja unser Eddie als Naturbrut von allen Papageien die wir je hatten am meisten ein „echter Papagei“ der sich auch so fühlt. Dadurch ist er einerseits emotional stabil genug, mit der Trennung von Nicki umzugehen, andererseits braucht er aber auch mehr als alle anderen artgleiche Gesellschaft. Für den Augenblick läuft es aber wie gesagt ganz gut.

Eddie fasst immer mehr Vertrauen zu uns. Natürlich ist er noch nicht handzahm, aber seine Distanz zu uns verringert sich immer mehr. Er kommt weiterhin mit großer Begeisterung zu uns an und auf den Tisch. Dort klaut er sich gern etwas Leckers zum naschen – oder auch zum satt werden. Inzwischen spaziert er dabei ganz selbstverständlich auf dem Tisch herum. Am liebsten verzieht er sich mit seiner Beute auf die Lehne des Kinderstuhles.

Dort sitzt er auch gern einfach nur so bei uns. Besonders am Wochenende, wenn nach den Mahlzeiten die Kinder schon irgendwo spielen und die Erwachsenen noch etwas am Tisch sitzen, genießt er das sehr.  Dann beginnt er sich ausgiebig zu putzen. Zum Schluss plustert er sich ganz entspannt auf, zieht ein Füßchen an und sitzt einfach völlig zufrieden mit bei uns.

Auch sonst sehen wir ihn während der Freiflugzeiten oft irgendwo ganz entspannt herumsitzen. An Kinderlärm und –action ist er mittlerweile gewöhnt. So lange sie nicht zu nah bei ihm vorbeitoben lässt er sich da nicht aus der Ruhe bringen.

Leider sucht Eddie sich auch oft ganz entspannt etwas zum benagen, das wir dafür eigentlich nicht vorgesehen hatten. Gut, unsere Stühle sind sowieso alt. Wir hatten gesagt dass wir uns neue zulegen, sobald beide Kinder einigermaßen ordentlich essen können. Damit hatten wir aber nicht gemeint, dass Eddie gleich mal große Löcher in den Schaumstoff fressen soll.

Es ist ein Dilemma. Wir möchten ihm ja möglichst viel Leben in der Wohnung mit uns ermöglichen. Aber eigentlich müssten wir ihn dabei ununterbrochen im Auge behalten. Wir haben aber nicht das Herz, ihn immer gleich wieder in sein Zimmer zu schicken, wenn wir mal nicht die ganze Zeit mit ihm in einem Raum sind. Das nutzt er dann schamlos aus.

Graupapagei Eddie sitzt in entspannter Haltung auf einem Stuhl an unserem Esstisch

Eddie ganz entspannt – da war der Stuhl noch heile

Gestern hatte ich dann allerdings noch eines dieser erstaunlichen Papageienerlebnisse. Es war nach diesem Stuhllehnenschaden, als ich halb schimpfend zu ihm sagte „Mensch Eddie, Du hast Dein ganzes Zimmer voller Äste. Kau die an und nicht unsere Möbel!“. Danach dann recht resigniert zu meinem Mann „Der denkt sich bestimmt auch ‚Ich bin doch nicht blöd und zerlege mein eigenes Inventar.‘“
Vielleicht eine Stunde später hörte ich Nagegeräusche aus dem Papageienzimmer. Da es auch dort eine Tür gibt, die besser keinen Schaden nehmen sollte, habe ich nachgesehen und traute meinen Augen nicht: Eddie saß auf seinem Sitzast, nagte genüsslich ein Stück Rinde ab und zerkauter das dann ganz entspannt weiter!
Da möchte man doch glauben, dass die einen ganz genau verstehen.

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