Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Endlich ein vergittertes Fenster

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Ja, nun schauen unsere beiden Grauen sozusagen durch „Schwedische Gardinen“. Und das ist nur zu ihrem Besten. Hintergrund ist, dass es in dem nach Osten ausgerichteten und nicht übermäßig gut isolierten Dachgeschosszimmer der beiden schon bei normal sommerlichen Wetter ziemlich heiß wird. Bei 30 Grad Außentemperatur kommen wir im Papageienzimmer bei geschlossenem Fenster locker auf 35 Grad. Nun haben unsere Vögel aber ganztägig Freiflug und nehmen sich bekanntlich auch mal nachts die Freiheit, nicht ins Bauer zu gehen – Fenster öffnen somit unmöglich. Wir hatten zwar bisher schon eine recht kreative Konstruktion mit einem Gitterblech, die es uns erlaubte, ein Fenster wenigstens 15 cm weit offen zu lassen. Doch a) war das einfach nicht genug und b) hatten wir zu diesem Gebilde nur begrenztes Vertrauen. Also musste eine andere Lösung her.

Wir haben jetzt zwei rechteckige Gitterstücke aus ausreichend starkem Gitter und mit für Graupapageien passendem Gitterabstand besorgt. Die haben wir beide sozusagen im Querformat aneinandergesetzt von innen vor der Fensteröffnung befestigt. Als Befestigung dienen uns handelsübliche Schraubhaken (für jedes Gitter an jeder Ecke einer). Dadurch kann man jedes Gitterstück einzeln  einhängen und wieder aushängen. Um das Fenster zu öffnen oder zu schließen genügt es, wenn man das untere Gitter aushängt. OK, für diesen Moment haben anwesende Papageien natürlich freie Flugbahn nach außen. Doch da kann man sich behelfen, indem man entweder die Geier vorher aus dem Zimmer bringt oder enorm vorsichtig agiert. Da muss auch jeder seine Vögel etwas einschätzen können. Bei unseren weiß ich, dass sie es überhaupt nicht mögen, wenn ich mit großen Gegenständen wie diesem Gitter in ihrem Zimmer hantiere. Da kommt keiner freiweillig zu mir. Soweit sind wir mit unserer Konstruktion ganz zufrieden. Es war einfach, läßt sich zur Not rückstandslos wieder entfernen, war schnell montiert, sieht nicht zu sehr nach Knast aus und  ist mit insgesamt ca. 50 Euro auch finanziell noch im Rahmen.

Unsere größere Sorge war, wie die Bewohner des Papageienzimmers dieses neue Stück Inventar aufnehmen würden. Wir haben uns mit einem Trick beholfen, der sich im Nachhinein als sehr wirksam herausstellte. Ich hatte ja schon schlimmste Befürchtungen bis dahin dass sich beide weigern würden, ihr Zimmer zu betreten.

Installiert haben wir das Ganze selbstredend, während die Papageien im Wohnzimmer waren. Danach haben wir die Gitter erstmal wieder ausgehängt und in einem anderen Zimmer deponiert. Es blieben also nur acht Schraubhaken, die von den Vögeln völlig ignoriert wurden. Wir haben dann unser ganz normales Abendritual durchgezogen; beide waren auch brav und sind ins Bauer gegangen. Nach 10 Uhr sind wir – auch wie üblich – nochmal zu den Geiern gegangen, um Gute Nacht zu sagen. Da war es schon völlig dunkel und die beiden waren auch schon arg verschlafen. Ich habe dann auf die Vögel eingeredet, während mein Mann in dem schmalen Lichtschein aus dem Flur die beiden Gitter eingehängt hat. Die Beiden waren so verpennt, dass sie zwar etwas skeptisch geguckt haben, was da in der anderen Ecke des Zimmers passiert, aber sonst nicht weiter reagiert haben. Ja und am nächsten Morgen als sie aufgewacht sind, war da hinten einfach etwas. Bis ich mit dem Frühstück kam hatten sie schon ausreichend Zeit sich dieses fremde Objekt aus sicherer Entfernung und aus ihrem sicheren Bauer anzusehen.

Das Ganze funktionierte über Erwarten gut. Natürlich gingen sie erstmal nicht auf ihre Spielecke, die ja direkt unter dem Gitter ist, und natürlich gab es ziemlich skeptische Blicke. Aber auf dem Bauer und auf der Liane haben sie sich relativ normal bewegt. Abends haben sie sich auch schon ganz mutig an dem fremden Teil vorbei aus dem Zimmer getraut und sind anschließend auch wieder problemlos zurück in ihr Zimmer geflogen, obwohl sie dabei direkt auf das Gitter zufliegen mussten. Heute Abend konnte ich Nicki sogar schon mal auf den Querast unter dem vergitterten Fenster setzen. Das war ihr zwar nicht ganz geheuer und sobald ich mich umgedreht hatte, war sie da auch wieder weg – aber von hier an ist es nur noch eine Frage der Zeit. Wir müssen unseren Papageien an dieser Stelle ein ganz großes Lob für ihr mutiges Verhalten aussprechen. Wenn man bedenkt, dass sonst schon ein einzelnes neues Spielzeug eine Wirkung haben kann, also ob Horden wilder Hunnen in das Zimmer einmarschiert sind! Ich werde jedenfalls auch neues Spielzeug künftig nachts installieren.

Nun wollen wir mal Hoffen, dass das Vertrauen in das neue Fenstergitter nicht gleich zu weit geht. Wenn man daran nämlich erstmal herumturnt müssten wir uns dringed gedanken machen, wie man sämtliche erreichbare Wandfläche rund um das Fenster vor den nimmermüden Schnäbeln schützt …

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