Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Federn und Eifersucht

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Nickis Rupferei scheint wieder etwas besser geworden zu sein; aber ganz aufgehört hat es noch nicht. Da wir bereits einschlägige Erfahrungen mit einem Rupfer (unserem leider viel zu früh verstorbenen Arnie) haben, sind wir da mittlerweile auch recht illusionslos.

Gestern und heute sind immerhin nur jeweils drei bis vier Deckfedern aus dem Nacken, eine nachwachsende neue Feder und einiges an Flaumfedern gefallen. An den Flaumfedern zuppelt sie ja seit dem Milbenproblem vor 1 1/2 Jahren des öfteren mal herum.

Wir sind schon zufrieden, dass es nicht schlimmer wird.

Wir denken, dass sie so unter einer Art hormonell unterstütztem Beziehungsstress mit uns und mit Eddie und mit der Gesamtsituation steht. Wir haben das Gefühl, dass sie in letzter Zeit eher weniger mit Eddie interagiert als sonst. Wirklich viel hat sie ja wenn wir dabei waren nie mit Eddie unternommen. Momentan wird er aber fast ignoriert.Wenn ich Nicki kraule ist es oft so, dass Eddie sich von der anderen Seite heranpirscht und mitmachen will. Er langt dann ganz zaghaft nach Nickis Gefieder als ob er sagen will „He, lass mich mitschmusen“. Als Dank bekommt der arme Kern dann mehr oder minder derb eine gewischt. Nicki will mich dann für sich alleine haben. Manchmal kann ich das Desaster für Eddie noch halbwegs abwenden. Ich bemerke ja eher als Nicki dass er ankommt. Wenn alle günstig zueinander positioniert sind, kann ich von der Hand, mit der ich schon Nicki kraule ein paar Finger zu Eddie ausstrecken. Er freut sich dann unheimlich und knabbert ganz zärtlich an meinen Fingern herum. Für einen nicht handzahmen Vogel, der sonst sofort den Rückzug antritt, wenn ich ihm mit den Händen zu nahe komme, finde ich das schon bemerkenswert.

Nicki reagiert auch eifersüchtig wenn sie bemerkt, dass wir Eddie zu viel (sprich: überhaupt) Aufmerksamkeit schenken. Folgende beispielhafte Situation:  Nicki sitzt bei uns am Tisch auf der Stuhllehne. Eddie sitzt völlig zufrieden auf seinem Ventilater und pfeift vor Freude vor sich hin. So lange wir brav mit Nicki reden, oder zumindest nicht mit Eddie, ist für Nicki die Welt in Ordnung. Aber wehe, wir sehen hoch zum Ventilator und antworten Eddie! Da werden wir aber ganz genau beobachtet und mit dem vorwurfsvollsten Blick bedacht, zu dem ein Papagei fähig ist. Sobald wir wieder auf Nicki einreden, entspannt sie sich sichtlich.

Letztens hat sie sogar regelrecht auf beleidigt gemacht. Wie heißt es doch immer so schön – die Grauen lieben das große Drama. Es war so dass beide Geier in ca. 25 cm Abstand auf ihrem Bauer saßen. Ich habe etwas mit Nicki geschmust und ihr irgendwas schmeichelhaftes erzählt. Dann kam ich auf die unerhörte Idee, zwischendurch Eddie anzusprechen. Ich habe dabei nicht mal aufgehört, Nicki zu kraulen. Was macht dieser Vogel? Sie nimmt den Kopf hoch, dreht mir den Rücken zu und wandert ab in die hinterste Ecke des Bauers. Von dort aus habe ich wieder die schon bekannten vorwurfsvollen Blicke bekommen. Ich habe dann ganz schön auf Nicki einreden müssen, bis sie sich bequemte und wieder zu mir vorgekommen ist.

In dieser Situation sind wir wie schon gesagt etwas ratlos, wie wir uns nun richtig verhalten. Wenn wir uns immer nach Nickis Wünschen verhalten, verstärken wir ihre ohnehin vorhandene Fehlprägung immer mehr. Außerdem hat Eddie ja auch Rechte. Der versteht auch nicht, warum er immer zurückgesetzt werden sollte. Ignoriern wir aber Nickis Signale und schenken Eddie dann etwa noch erst recht mehr Aufmerksamkeit, dann kriegt Nicki sich vor Verzweiflung gar nicht mehr ein. Wie das endet, kann ich mir vorstellen.

Unser  Verhalten gegenüber den beiden Vögeln ist also momentan eine ziemliche Gratwanderung.

Hier mal noch ein Bild von Nicki mit Arnie, unserem kleinen Brathähnchen. Das war auch einer der seltenen Momente, dass sie mal nah nebeneinander saßen. Damals hat Arnie immer Nickis Annährerungsversuche abgewehrt. Eigentlich kein Wunder, dass Nicki sich daraufhin uns Menschen angeschlossen hat.

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