Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Frei lebende Papageien in Rüsselsheim

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Ich wusste bereits, dass  es hier im Rhein-Main-Gebiet einige Kolonien frei lebender Papageien gibt. Die größte und bekannteste ist wohl die im Schlosspark von Wiesbaden-Biebrich. Doch wie ich heute festgestellt habe, leben wilde Papageien inzwischen auch bei uns in Rüsselsheim.

Endlich ist es abends wieder länger hell und ich kann mit den Kindern noch etwas unterwegs sein. Heute waren wir im Verna-Park, einer kleinen Parkanlage direkt hinter dem Mainvorland. Es war schon kurz vor 18:00 Uhr und die Abenddämmerung setzte ein. Die Kinder vergnügten sich auf dem kleinen Spielplatz und ich versuchte in den Wipfeln der alten Bäume die Urheber des abendlichen Vogelkonzerts zu entdecken. Plötzlich hörte ich eine Vogelstimme, die nicht recht in das Singvogelgezwitscher passte. Vertraut klang sie trotzdem, denn sie erinnerte mich an die markanten Rufe der Wiesbadener Halsbandsittiche.

Die Bäume sind noch kahl, so dass ich die Urheber schnell entdecken konnte. Es waren eindeutig zwei Sittiche. Ganz sicher bin ich mir nicht, welche Art es war. Das Dämmerlicht begann bereits, die Farben zu verfälschen. Es waren entweder Halsbandsittiche oder eine sehr ähnlich aussehende Art. Von Größe, Körperproportionen und Flugbild würde ich auf Halsbandsittiche tippen. Die grüne Körperfarbe passte auch und ich konnte eindeutig einen roten Schnabel sehen. Die Bauchseite schien etwas heller und gelblicher zu sein. Allerdings konnte ich bei beiden Tieren nicht das namensgebende schwarze Halsband entdecken. Möglicherweise waren es ja zwei weibliche Tiere oder Jungtiere, bei denen dieses Merkmal nicht vorhanden oder nicht so deutlich ausgeprägt ist.

Vom Verhalten her hätte ich allerdings auf ein Paar getippt. Die beiden Papageien saßen ganz entspannt in den Zweigen über dem kleinen Spielplatz. Der eine flog immer mal von Ast zu Ast, der andere knabberte an den Knospen der Kastanie. Nach einer Weile flog auch dieser Vogel ein paar Äste weiter und verschwand dann in einem Astloch. Der zweite Vogel hielt sich ganz in der Nähe auf. In diesem Moment wurden meine Kinder etwas lauter und der Papagei flog ein paar Bäume weiter, kehrt jedoch bald in die Nähe des Astlochs zurück.

Da hatte ich also sogar die Höhle der beiden entdeckt! Etwas erstaunt war ich aber doch, dass sie sich unter all den großen Bäumen in diesem Park ausgerechnet den auf dem Spielplatz ausgesucht hatten. Eine ruhige Lage war das jedenfalls nicht. Andererseits befand sich das Astloch in ein paar Metern Höhe – ich schätze mal mindestens fünf Meter. Allerdings bin ich nicht sehr gut im schätzen.

Ich frage mich nun, ob es sich um „Auswanderer“ aus einer der bekannten Kolonien  hier in der Region handelt, oder um neue Gefangenschaftsflüchtlinge.  Übermäßige Scheu vor uns Menschen und den spielenden Kindern haben sie jedenfalls nicht gezeigt. Für einen Moment hatte ich überlegt, ob die beiden aus der kleinen Vogelvoliere direkt hier im Verna-Park stammen. Neben Unzertrennlichen, Kanarienvögeln und einer gemischten Sittichgruppe lebten dort auch immer zwei Halsbandsittiche. Die hatten allerdings eine deutlich erkennbare Halsbandzeichnung.

Auf jeden Fall sind die beiden Sittiche nicht ganz neu in unserem Park. Während ich sie noch beobachtete kam nämlich ein Paar vorbei und meine ganz unaufgeregt „Ja, das sind Papageien.“ Genaueres konnten sie allerdings auch nicht berichten.

2 Kommentare

  1. Als ich vor über dreißig Jahren das erster Mal was von Papageien in Wiesbaden sah und hörte , dachte ich ob ich jemals ihre Ausbreitung bis Rüsselsheim erleben oder ob es nur eine Anomalie bleiben würde.Vor drei Jahren sah ich sie zum ersten Mal über unserer Stadt fliegen . Für mich sind sie trotz alle Unkenrufe , eine Bereicherung.

  2. Ja Brian, ich freue mich auch über unsere kleinen grünen Zuwanderer.
    Hoffentlich kann sich die kleine Population halten.
    Ich werde hier weiter berichten.

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