Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Hilfe, Lebensmittelmotten! Wie man sie gar nicht erst bekommt oder schnell wieder los wird

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Man kann seinen Haushalt noch so sauber und ordentlich halten – die Gefahr bleibt, dass man doch irgendwann einmal Lebensmittelmotten beherbergt. Das geht nicht nur Papageienhaltern so, sondern kann jeden treffen. Hält man Papageien, hat man jedoch ein höheres Risiko, sich Lebensmittelmotten oder ihre Brut mit dem Futter ins Haus zu holen. Dieser Beitrag gibt Tipps, wie man vorbeugen kann und was bei Mottenbefall hilft.

Was ist das Problem an Lebensmittelmotten?

Lebensmittelmotten sind Vorratsschädlinge. Sie legen ihre Eier in trockene Vorräte wie Mehl, Backzutaten, Müslis, Nudeln, Kekse, Tee und selbstverständlich Papageienfutter ab. Dort futtern sich die Larven dann durch die Vorräte. Motten wie Larven können dabei kleinste Spalten nutzen, um in die Lebensmittel zu gelangen. Selbst Schraubdeckel sollen keinen absoluten Schutz bieten.

Während die Motten selbst ungefährlich sind, hinterlassen die Larven ihren  Kot in den Lebensmitteln. Dort ist er als feines, leicht klumpiges Gespinst erkennbar. Der Kot kann allergische Reaktionen auslösen, aber auch zum Träger von Pilzen und Bakterien als weiteren Krankheitserregern werden.

Die kleinen Tierchen sind äußerst vermehrungsfreudig. Daher sollte man bei den ersten Anzeichen für Mottenbefall sofort reagieren.

Neben den gesundheitlichen Gefahren sind die Motten und ihre Larven in der Küche auch ziemlich unappetitlich.

Wie kommt es zu Mottenbefall?

In den meisten Fällen werden Lebensmittelmotten bzw. ihre Larven unbeabsichtigt mit den Einkäufen eingeschleppt. Man kauft unwissentlich bereits befallene Lebensmittel und schon sind die ungebetenen Untermieter mit eingezogen. Das Risiko ist besonders groß bei solchen Vorräten die in größeren, luftdurchlässigen, evtl. sogar offenen Gebinden gelagert werden und / oder sich nicht so schnell umschlagen. Prädestiniert für Mottenbefall sind z.B. auch Futtermittelhandlungen, die Papageienfutter in offenen Schütten zum selbst abfüllen anbieten. Wenn da nicht regelmäßig Reste entsorgt werden und alles gründlich gereinigt wird, ist das eine ideale Mottenbrutstätte.

Wie kann man vorbeugen?

Aus dem oben gesagten ergibt sich bereits, dass es keine absolute Sicherheit vor Motten gibt. Man kann schließlich nicht jede Packung Mehl schon im Supermarkt auf Mottenbefall kontrollieren. Aber es gibt ein paar Vorsichtsmaßnahmen, durch die man das Risiko verringern und eine starke Vermehrung der ungebetenen Gäste verhindern kann:

  • Möglichst nichts aus offenen Gebinden einkaufen
  • Möglichst bei vertrauenswürdigen Lieferanten einkaufen – Der Papageienfutterhändler meines Vertrauens lagert und verpackt sein Futter unter Schutzatmosphäre und liefert es in luftdichten Folienbeuteln. In all den Jahren haben wir von dort meines Wissens nicht eine Motte bekommen.
  • Kauft man handelsübliches Papageienfutter im Pappkarton, sollte man dieses spätestes zu Hause – besser noch direkt im Laden auf das typische Mottengespinst kontrollieren. Falls doch mal eine Mottenlarve drin sitzt, wird die sofort bemerkt und kann sich gar nicht erst im heimischen Vorratsschrank einrichten.
  • Keine übertriebene Vorratshaltung – nur Mengen einkaufen die bald verbraucht werden; Schränke regelmäßig auf vergessene Bestände in den hinteren Winkeln durchsuchen – je länger Vorräte lagern umso größer ist das Risiko, dass sich unbemerkt Schädlinge einnisten.
  • Vorräte möglichst in luftdichten Behältern lagern – Die Larven können sich auch durch Kartonverpackungen fressen und durch kleinste Spalte zwängen. Ich habe größtenteils auf Vorratsbehälter aus Glas mit Gummidichtung und fest schließende Kunststoffdosen umgestellt.

Was tun bei Befall durch Lebensmittelmotten?

Der Schlüssel zum Erfolg ist schnelles und konsequentes Handeln schon bei den ersten Anzeichen von Schädlingsbefall. Folgendes Vorgehen hat sich bei uns bewährt:

Auch wenn ich im wahrsten Sinne des Wortes keiner Fliege etwas zu Leide tun kann – bei Motten hört für mich der Tierschutz auf. Jedes sichtbare Exemplar wird sofort getötet. Notfalls habe ich auch schon Motten mit dem Staubsauger direkt aus der Luft gesaugt (und gehofft, dass sie dabei umkommen oder zumindest nicht wieder herauskrabbeln können).

Auf verschiedenen Seiten im Internet wird empfohlen, Pheromonfallen erst nach der eigentlichen Mottenbekämpfung aufzustellen. Sie dienen dann als Kontrolle, ob man wirklich alle Tiere erwischt hat. Pheromonfallen sind Klebefallen, die einen für den Menschen unschädlichen Lockstoff verströmen. Dieser zieht die männlichen Tiere an, die auf der Falle klebenbleiben und dort verenden. Ohne Männchen gibt es keine befruchteten Eier und der Fortpflanzungskreislauf wird unterbrochen. Ich stelle diese Fallen immer sofort auf, wenn ich auch nur eine Motte entdecke. Wenn ich Glück habe bin ich schnell genug. Die Schädlinge haben noch keine neuen Eier in meine Vorräte gelegt und alles ist schnell wieder vorbei. Mit den ganz einfachen und preiswerten Fallen wie es sie in jedem Drogeriemarkt gibt bin ich immer gut gefahren

In einem Punkt ist jedoch Vorsicht geboten: Motten haben einen extrem feinen Geruchssinn. Wenn man viel das Fenster offen hat kann man über eine frische Pheromonfalle schon mal sämtliche Mottenmännchen der Nachbarschaft zu sich einladen.

Dann geht es an die Vorratsschränke. Sämtliche Vorräte müssen auf Mottenbefall kontrolliert werden. Befallene Vorräte werden selbstverständlich umgehend entsorgt. Diese bitte auch nicht im Mülleimer noch für ein paar Tage in der Wohnung lagern. Nicht entsorgte Vorräte sollten zusätzlich luftdicht verpackt werden. Falls man doch etwas übersehen hat, können sich die Schädlinge dann wenigstens nicht mehr weiter verbreiten. Geeignete Vorräte kann man auch im Backofen über 60°C erhitzen oder kurz einfrieren. So tötet man übersehene Motteneier und –larven zuverlässig ab.

Die entleerten Vorratsbehälter werden gründlich und heiß ausgewaschen, damit keine Eier in irgendwelchen Ecken und Kanten überleben können. Zusätzlich sollte man die Schränke mit heißem Wasser gründlich auswischen. Danach wird der Schrank mit einem auf maximale Temperatur gestellten Fön gründlich bearbeitet. Dabei besonders auf die Ritzen und Spalten achten.

Wenn man die Motten nach dieser Behandlung immer noch nicht los ist, muss man wohl wirklich alle Vorräte entsorgen. Es ist einfach nicht möglich, sämtliche trockenen Vorräte absolut sicher auf Mottenbefall zu überprüfen. Wer schaut schon in jeden Teebeutel.

Zusätzlich kann man auch Schlupfwespen einsetzen. Die Schlupfwespen legen ihre Eier in die Mottenlarven und unterbrechen so den Fortpflanzungskreislauf. Sind alle Motten vernichtet, können sich auch die verbliebenen Schlupfwespen nicht mehr vermehren und sterben ab. Die Eier der Schlupfwesepen kann man im Internet beziehen. Ich habe sie selbst nicht eingesetzt, doch die Wirkung soll recht gut sein.

Mit diesen einfachen Maßnahmen haben wir schon seit Jahren größere Mottenprobleme verhindert. Die wenigen Fälle, in denen trotz aller Vorsicht doch einmal einzelne Lebensmittelmotten bei uns aufgetreten sind, haben wir immer schnell wieder in Griff bekommen.

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3 Kommentare

  1. Hallo Dagmar, vielen Dank für deinen Bericht und die Tipps! In Zukunft werde ich mein Futter jedenfalls auch nur noch in geschlossenen Verpackungen kaufen. LG Birte

  2. Hallo.
    Ich habe für meine amazone einen neuen futterhändler…seit dem haben wir eine mottenplage. Dank des beitrags weiss ich wie ich sie bekämpfen kann…ich habe jetzt grosse angst…das mein geier durch das futter krank geworden ist. Er war recht gut im futter und hat die letzten wochen stark und schnell abgenommen…so ist er gut drauf…nur abgemagert…wenn er das „verdreckte“ futter gefressen hat…macht das krank? Er hat viele Körner aussortiert und weggeschmissen…vielleicht hat er nur weniger gegessen…weil er gemerkt hat dass das futter nicht ok war…kann das sein? Mache mir echt sorgen…habe meinen gefiederten freund schon dreißig jahre und so was noch nie gehabt. ..freue mich auf Antworten….lg

    • Hallo Jennifer,

      ob ein Papagei durch mottenverseuchtes Futter so deutlich erkranken kann weiß ich nicht. Aber das ist auch nur Ursachenforschung. Wenn Dein Vogel stark und schnell abgenommen hat, ist auf jeden Fall etwas nicht in Ordnung und er gehört schnellstens zum Tierarzt. Wenn man bei Papageien Symptome sieht, ist die Erkrankung oft schon weit fortgeschritten. Such Dir bitte einen papapgeienerfahrenen Tierarzt.
      Das verdorbene Futter hast Du hoffentlich sofort entsorgt und bist wieder auf ordentliches Futter umgestiegen.
      Alles Gute für Deine Amazone und berichte mal, wie es weiter geht.
      Dagmar

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