Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Ins Bauer gehen

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Zunächst einmal ein großes Lob an Nicki und Eddie: Im Sommerhalbjahr, wenn es abends lange hell ist, war es ja sonst immer sehr schwierig bis unmöglich, die beiden abends in ihr Bauer zu bringen. Das hat irgendwie nicht in ihren Biorhythmus gepasst. In diesem Jahr war das anders. Bis auf verzeihliche Ausnahmen sind die beiden ganz brav jeden Abend zum essen in ihr Bauer marschiert. Wir hatten da ein richtig schönes Ritual:

Beide bekamen Ausgang, während ich das Abendessen für die Papageien zubereitete. Meistens waren sie dann mit dabei in der Küche. War alles vorbereitet, kam Nicki auf meine Hand, und zwar auf die, mit der ich den Körnernapf gegriffen habe. Eddie wurde verbal zum mitkommen animiert. So verfrachtete ich den Minischwarm zurück in sein Zimmer. Manchmal ließ sich Nicki direkt mitsamt den Körnernäpfen ins Bauer verfrachten; meist machte sie einen Zwischenstopp auf dem Dach und kletterte dann selbst hinein. Ich habe ihr dabei immer etwas zugeredet, dass sie ein cleverer Vogel sein soll und sich die Pole Position am Napf sichern soll. Oft war Nicki dann schneller am Napf, als ich die Belohnungsmandel hineinlegen konnte. Die Belohnungsmandeln werden den Papageien gezeigt und dann für sie gut sichtbar in den Napf im Bauer gelegt. Wie gesagt, in diesem Sommer konnte ich die Mandeln oft nur noch nachreichen.

War Nicki erstmal am futtern, marschierte Eddie oft von selbst hinterher. In der Regel habe ich ihm gut und nachdrücklich zugeredet, was auch sehr gut funktioniert hat. („Eddie, reingehen! Geh mal rein! Marsch, marsch! Schau mal, Nicki futtert Dir alles weg! Reingehen!!!“) Wichtig für Eddie ist nur, dass Nicki vor ihm reingeht. Zumindest abends setzt er keinen Fuß ins Bauer, wenn Nicki nicht schon drin ist. Selbst wenn er erkennbar gern reingehen würde.

Wie gesagt, es lief den Sommer über mustergültig. Selbst als unser Baby nach Hause kam und zunächst jegliche Art von geregelten Abläufen völlig durcheinander brachte, gingen die beiden Papageien meist noch früher oder später ins Bauer. Damit ist es nun vorerst vorbei. Gut, die Vögel sind nicht schuld, sondern wir Menschen. Wir haben einen offensichtlich ganz wichtigen Bestandteil des Abendrituals abgeschafft: Zu unserer großen Freude schläft unsere Tochter seit ein paar Woche ohne Probleme abends zwischen 19:00 und 20:00 ein. Sie ist dann noch nicht im Tiefschlaf, aber friedlich am wegdösen. Das ist nun aber auch genau die Zeit, zu der die Papageien ihren Abenausflug gewohnt waren. Es würde ja so schön passen – ich konnte wieder zur üblichen Zeit das Papageienabendessen zubereiten. Dummerweise war eines Abends Nicki mit bei mir in der Küche und Eddie mutterseelenallein im Wohnzimmer (das schlafende Baby zählt für ihn eindeutig nicht). Also hatte er nichts besseres zu tun, als seinen megaschrillen Papageien-Alarmruf loszulassen. Mit normalen Papageienrufen und Pfiffen hat unser Baby gar kein Problem. Das dürfte sie schon während der Schwangerschaft zur genüge gehört haben. Aber Eddies Alarmpfiff geht wirklich durch und durch. Folglich wurde das gerade erst eingenickte Baby unsanft geweckt und fing jämmerlich an zu schreien. Sie war dann auch ziemlich lange nicht mehr zu beruhigen.

Dieses Chaos aus lärmendem Baby und lärmenden Papageien war uns eindeutig zu viel. Wir hatten keine Lust auf eine Wiederholung und so dürfen die Papageien vorerst nicht mehr zur gewohnten Stunde aus ihrem Zimmer. Das wird nicht ewig so bleiben. Spätestens wenn unser Baby nicht mehr im Stubenwagen schläft, der um diese Zeit noch im Wohnzimmer steht, bekommen die Vögel ihren gewohnten Ausgang zurück. Vorerst müssen sie da aber verzichten. Sie dürfen ja auch Tagsüber raus.

Dummerweise fehlt damit wohl die Startsequenz des abendlichen Reingeh-Rituals und nun ist es eher die Ausnahme als die Regel, dass die Papageien mal in ihrem Bauer übernachten. In letzter Zeit gehen sie abends nicht mal mehr zum fressen ins Bauer. Lieber schlafen sie hungrig ein. Schade. Die Sache hat nur einen einzigen kleinen Vorteil: Je nach Babys Tagesform beginnt unser Tag morgens mal früher und mal später. So bekommen auch die Papageien zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihr Frühstück. Ich achte zwar peinlichst darauf, dass morgens nach dem Baby immer als erstes die Papageien versorgt werden. Ich komme dann als allerletzte dran. Nur das ganze findet jetzt eben mal früher und mal später statt. Immerhin muss ich nun kein schlechtes Gewissen haben, wenn die Papageien mal wieder recht spät ihr Frühstück bekommen. Sie haben ja noch das ganze nicht angerüherte Abendessen vom Vortag. Selbst wenn das Obst nicht mehr ganz frisch ist, Körner sind reichlich da und es muss niemand hungern.

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