Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Linktipp: Vogelfutter – Die Qual der Wahl

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In der Wochenzeitschrift Die Zeit gibt es eine regelmäßige Kolumne namens Quengelzone. Dort geht es um die Absurditäten der Werbeattacken, die beim täglichen Einkauf über uns hereinbrechen – wohlklingende leere Versprechen, Pseudo-Innovationen, Dinge die niemand wirklich braucht. Diesmal ging es um „Früchte-Traum“ für Vögel. Als papageieninfizierter Leser habe ich natürlich sofort an mit Früchten angereicherte Papageienfuttermischungen gedacht. Doch da lag ich ein wenig daneben.

Eine gewisse Vielfalt beim Papageienfutter kenne ich ja schon. Bis zu einem gewissen Grad finde ich die auch sinnvoll, auch wenn ich den zusätzlichen Nutzen der zweiundfünfzigsten Körner-Frucht-Mischung für minimal halte. Doch hier geht es um Wildvogel-Futter, mit dem wir unseren gefiederten Freunden vor der Haustür über den Winter helfen können.

Ich kenne mich ja auf diesem Gebiet nicht so aus. Die einzigen Vögel die unsere Dachterrasse besuchen sind nun mal im Sommer unser Rotschwänzchen und ein paar verirrte Brieftauben. Folglich sind mir wohl ein paar Trends in diesem Markt entgangen. Das Angebot geht offensichtlich inzwischen weit über Sonnenblumenkerne und Meisenknödel hinaus.

Dem Autor dieses Beitrages ging es vermutlich ähnlich. Jedenfalls berichtet er „Dort stellte sich schnell ein Gefühl von Überforderung ein. Denn das „Wildvogel-Futter“ … gab es in einer so absurden Vielfalt, wie ich sie bis dahin nur von Müslimischungen kannte. Was nun? War das „Energie-Futter“ angemessen? Sollte ich für die Vögel das „Frucht-Menü“ nehmen? Oder die Mischung „Früchte-Traum“?……..“

Ich habe mich beim lesen köstlich amüsiert. Der Autor sinniert über Sinn und Unsinn dieser Produktvielfalt und fragt sich, ob die Vögel diese Auswahl wohl zu schätzen wissen. Mir geht es da ganz ähnlich. Ich grübele immer noch, ob eine solche Auswahl tatsächlich einen Nutzen für die Vögel hat, oder doch nur Nachfrage nach einem höherpreisigen Produkt mit Premium-Anschein schaffen soll. Ich tippe auf letzteres.

Nach meinem bescheidenen Kenntnisstand geht es doch bei der Winterfütterung darum, den Wildvögeln über eine Zeit zu helfen, in der sie selbst nur schwer ausreichend Futter finden können. Dazu stellt man geeignetes und energiereiches Futter bereit. Müssen das nun unbedingt Trockenfrüchte sein? Energiereich sind sie auch, weil sie viel Zucker enthalten. Dafür enthalten sie kaum Fett. Das „traditionelle“ Winterfutter aus Sonnenblumenkernen, Erdnüssen und Meisenknödeln ist ja eigentlich sehr fettreich. Gibt es da neue Erkenntnisse über den Nährstoffbedarf von Wildvögeln?

Zweite Frage: Natürlich haben die verschiedenen Vogelarten einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf. Doch wer weiß schon genau, welche Art sich nun an seinem Futterhäuschen versorgt? Und was tut man, wenn gleich mehrere Vogelarten kommen? Darf Vogelart X, für die doch das Proteinfutter bestimmt ist, etwas vom fettreicheren Futter der Art Y naschen?

Wenn mir jemand diese Fragen wissenschaftlich fundiert beantworten kann, lasse ich mich gern belehren. Bis dahin halte ich solche differenzierten Futtermischungen für – sagen wir es höflich – eine Marketingmaßnahme.

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