Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Nach dem putzen ist vor dem Putzen – Teil 3: Regelmäßige Putzaktionen

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Es ist kein Geheimnis, dass Papageien ihre Halter mit regelmäßigen Putzaufträgen versorgen, damit nur ja keine Langeweile aufkommt. Trotzdem kann man sich als Anfänger leicht täuschen, was genau auf einen zukommt. Diese Artikelserie gibt Auskunft:

In Teil 1 geht es um die Verhaltensweisen von Papageien in ihrem natürlichen Lebensraum. Was in der freien Natur perfekt funktioniert und niemanden stört führt in unseren Wohnungen zu einem handfesten Verschmutzungsproblem.

In Teil 2 geht es zur Sache: Welcher Dreck fällt an und wie wird man ihn wieder los? Natürlich gibt es dort auch wieder Praxiserfahrungen und Tipps.

In Teil 3 stelle ich die regelmäßigen Putzaktionen in einem Papageienhaushalt vor. Ich erkläre, welche Tätigkeiten bei uns in welchem Rhythmus anfielen.

Was und wie oft?

Die Häufigkeit der diversen Reinigungsaktionen hängt von drei Faktoren ab:

  • Die Grundregeln der Hygiene und der Gesunderhaltung von Mensch und Tier – daraus ergibt sich ein gewisser Mindeststandard, über den einfach nicht diskutiert werden kann
  • Die Besonderheiten der eigenen Papageien – Hat man eine Art die viel oder wenig Gefiederstaub produziert? Hat man einen Obstweitwurfspezialisten oder eher einen Holzshredder? usw.
  • Das eigene Sauberkeitsempfinden – Wo liegt die persönliche Schmerzgrenze? Über was kann man für eine Weile hinwegsehen?

Daraus wird sich in jedem Papageienhaushalt ein ganz persönlicher Putzrhythmus ergeben. Mit der Zeit merkt man schon, was wie oft dran ist. Deshalb gibt es hier auch keine allgemeingültige Vorgabe. Unser „Putzplan“ (den wir nie so nennen würden, klingt zu sehr nach Arbeit) ist also nur ein Beispiel, das für uns und unsere Vögel gut gepasst hat.

Unser „Putzplan“

Ständig / nach Bedarf

Frische Verschmutzungen entfernen

Das ist eine hilfreiche Angewohnheit, die eine gewisse Grundsauberkeit erhält. Spätere Putzaktionen sind dann nicht ganz so umfangreich.

Kothaufen, Obststückchen, Saftspritzer von stark färbendem Obst u.a. lassen sich am einfachsten entfernen, wenn sie noch frisch sind. Dann reicht es, kurz darüberzuwischen. Wir hatten praktisch überall Küchenrollen oder Packungen mit Papiertaschentüchern griffbereit zu stehen.

Täglich mindestens morgens und abends

Futternäpfe leeren, Futterreste entsorgen, Futternäpfe gründlich reinigen und neu befüllen

Die Grundregel lautet: Futterbehälter der Papageien müssen so sauber sein, dass man auch selbst davon essen würde.

Viele Halter haben einen doppelten Satz Näpfe, Obstspieße usw. So ist immer ein Satz in Verwendung, während der andere im Geschirrspüler ist. Ich habe Näpfe und Spieße meist gleich mit heißem Wasser und etwas Geschirrspüler per Hand gereinigt und sofort wieder befüllt. Das ist Geschmackssache.

Wenn es im Sommer sehr heiß ist, sollten leicht verderbliche Futterreste wie manche Obstsorten und Keimfutter sogar schon nach wenigen Stunden entsorgt werden. Die Gefahr ist einfach zu groß, dass die Papageien verdorbenes oder mit schädlichen Keimen besiedeltes Futter zu sich nehmen.

Alle ein bis drei Tage nach Bedarf

Heruntergefallene Reste rund um den Futterplatz beseitigen, Einstreu oder Auslage in Voliere / Käfig erneuern

Bei uns bedeutete das konkret, die Zeitungen in und um das Bauer herum zu entsorgen und neue auszulegen.

Eine tägliche Reinigung empfehle ich im Sommer, bei hohem Frischkostanteil, bei einer akuten Obstfliegenplage oder bei starker Verschmutzung durch Kot. Wenn fast nur Reste von Trockenfutter herumliegen und die Kothaufen auch an anderer Stelle gelandet und entsorgt worden sind, dann sind auch Abstände von zwei bis drei Tagen ausreichend.

Zeitweise habe ich auch an den besonders verschmutzten Stellen ein paar zusätzliche Lagen Zeitung ausgelegt. Die kann man dann vorsichtig greifen und entsorgen. Darunter kommt saubere Zeitung zum Vorschein – fertig!

Staub saugen an besonders belasteten Stellen

Federn und Federstaub verteilen sich nicht immer gleichmäßig. Ich hielt es nie für nötig, täglich auch in der hintersten Ecke zu saugen. Aber man kennt schnell seine hot spots. Dort sollte man recht häufig saugen. Dabei geht es nicht nur darum, eine weitere Verteilung in der Wohnung zu verhindern. Der Federstaub belastet auch das empfindliche Atmungssystem der Papageien. Eine möglichst geringe Staubbelastung ist also aktive Gesundheitsvorsorge.

Wöchentlich

Große Bauerreinigung / Volierenreinigung / Reinigung des Papageienzimmers

Einmal in der Woche stand bei uns ein mehrstündiger Arbeitseinsatz im Papageienzimmer an. Bewaffnet mit Wasser, Lappen und diversen anderen Hilfsmitteln wurde das gesamte Bauer gründlich nass abgewischt. Jetzt ging es allem Staub sowie den angetrockneten Futter- und Kotresten an den Kragen.

Nach dem Bauer haben wir den gesamten Fußboden im Papageienzimmer, alle Möbel und den Luftbefeuchter ebenfalls feucht abgewischt. Grober Schmutz wurde zuvor zusammengefegt oder gesaugt. Danach wurde alles mit frischen Zeitungen ausgelegt.

Überall gründlich Staub saugen.

Aus Erfahrung weiß ich, dass der Staub und die herausgefallenen Federchen gern in alle Ecken kriechen und sich dort sammeln. Wenn man ein paar Tage lang nur schnell das Gröbste beseitigt hat, ist es nach etwa einer Woche an der Zeit, mit dem Staubsauger gründlich in alle Ecken zu gehen.

In größeren Abständen / unregelmäßig nach Bedarf

Sitzstangen und -äste reinigen

Die Häufigkeit hängt stark davon ab, wie nah die Futterstelle für die Frischkost ist. Die Sitzstangen von denen aus unsere Papageien ihren Obstspieß gefuttert haben mussten alle zwei bis drei Wochen herausgenommen und gründlich mit heißem Wasser abgeschrubbt werden.

Weiter entfernte Sitzäste mussten wir fast nur vom Staub befreien. Da genügte es, ab und an mal mit einem feuchten Lappen zu wischen. Nur ein bis zwei Mal im Jahr haben wir diese Stangen heiß abgebraust oder mit dem Hochdruckreiniger bearbeitet.

Hinter den Möbeln saugen

In unserem Papageienzimmer standen ein altes Sofa und ein kleines Schränkchen. Alle paar Monate haben wir die mal von der Wand abgerückt und waren jedes Mal aufs Neue erstaunt, was sich dahinter so angesammelt hatte: Federn, Flusen, Staub! Wie kriechen die alle nur dort hin?

Alles Andere

Man kann aufpassen wie man will – nicht jeden Fleck und Dreckhaufen entdeckt man wenn er noch frisch ist. Als Papageienhalter findet man immer wieder Stellen bei denen man sich fragt „Ups, wie lange ist das denn schon hier?“

Unser Klassiker waren Türklinken. Manche Türen stehen bei uns fast immer offen. Da schaut man nicht ständig auf die Rückseite. Wenn man es doch einmal tut, findet man auf der Türklinke schon mal eine grün-weiß-graue Kruste, die nicht nur von einem einzigen Klecker stammen kann.

Sagte ich schon, dass Obstreste sehr weit fliegen können. Ich habe nicht schlecht gestaunt, dass ich sie auch zwischen den Heizkörperrippen gefunden habe.

Putzen mit dem Dampfreiniger

Ich kann dazu wenig sagen, da wir selbst keinen besitzen. Unterschlagen möchte ich diese Möglichkeit aber auch nicht, da ich schon oft von Papageienhaltern gelesen habe, die mit Dampfreinigern sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Durch den heißen Dampf lösen sich angetrocknete Verschmutzungen von Futterresten und Kot gut ab. Alle wasserfesten Oberflächen sollen sich damit sehr gut reinigen lassen.

Jährlich

Bauer und Zubehör mit dem Hochdruckreiniger säubern

Einmal im Jahr bei schönem Sommerwetter haben wir das Papageienbauer komplett auseinandergebaut und die Einzelteile auf die Terrasse gebracht. Sitzäste und ähnliches Zubehör kamen auch gleich mit. Dort haben wir dann alles mit dem Hochdruckreiniger gründlich abgebraust. So wurde auch die Spalten und Ecken die man mit dem Lappen nicht erreicht gelegentlich gereinigt. Danach trocknete alles in der Sonne und wurde wieder zusammengebaut.

Wenn mal wieder wirklich alles vom Gitter entfernt ist, putzt es sich auch mit Lappen und Schwamm wieder leichter.

Es hätte sicher auch nicht geschadet, wenn wir diese Aktion vierteljährlich durchgeführt hätten. Einmal im Jahr sollte man das aber unbedingt einplanen.

Wenn man den Hochdruckreiniger nicht noch für andere Zwecke in Haus und Hof benötigt, reicht übrigens ein eher einfaches Gerät ohne viel Zubehör aus. Wir waren mit einem Einsteigermodell von Kärcher vollkommen zufrieden.

Zum Trost

Man sieht also: Es gibt immer etwas zu tun. Papageienhaltung besteht nicht nur aus fröhlichem Spiel mit den gefiederten Mitbewohnern. Zum Glück kann man aber das Eine mit dem Anderen verbinden.

Nicki und Eddie haben jede Putzaktion in ihrem Zimmer stets als willkommenes Unterhaltungsprogramm angesehen und auch auf ihre Art aktiv mitgeholfen. Gut, man kommt nicht unbedingt schneller vorwärts, wenn man zwischendurch mit dem Papagei Tauziehen am Putzlappen spielt und wenn der Papageienschnabel immer genau da hängt, wo man etwas hartnäckig Angetrocknetes abkratzen will. Aber mit einer positiven Einstellung macht es so eindeutig mehr Spaß.

Graupapagei hilft beim putzen

Nicki möchte mitputzen

Noch besser geht es mit Musik. Auch Papageien mögen fröhliche lebhafte Musik. Vor ein paar Jahren hatten die Krummschnäbel und ich einen gemeinsamen Putzhit: „Beds are burning“ von Novaspace, damals noch als Maxi-CD. Ich habe mehr laut als richtig mitgesungen, Nicki schaukelte mit viel Schwung an allem was von der Decke hing und damals noch unser Arnie saß auf dem Bauer und „rockte mit“.

Papagei in Action

Der Mensch putzt und der Papagei macht Action

Putzaktionen haben also einen positiven Nebeneffekt: Sie sind eine tolle Beschäftigung für unsere Papageien und helfen gegen Langeweile. Ich habe oft beobachtet, dass unsere beiden Grauen nach der großen Papageienzimmerreinigung entspannt und zufrieden eine Runde gedöst haben.

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