Papageienblog

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Nicki ist beim Tierarzt

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… und zwar sozusagen stationär aufgenommen. Und das shon seit einer ganzen Weile. Ich versuche das jetzt mal einigermaßen kurz zu fassen.

Wir hatten irgendwann festgestellt, dass Nicki nicht mehr richtig fliegen kann. Die Ursache konnten wir erst gar nicht ausmachen. Die Schwungfedern waren jedenfalls alle noch da. Als sie dann einmal die Flügel nach oben räkelte, sahen wir die Bescherung: unter dem linken Flügel klaffte eine richtig große Wunde. Das war keine Unfallverletzung, sondern selbst mit dem Schnabel zugefügt. Wie Nicki auf die Idee kam, werden wir wohl nie herausfinden. Unsere Tierärztin meinte jedoch, dass die Aspergillose über die Abbauprdukte der Pilze und deren Weg über die Leber durchaus einen Juckreiz verursachen kann. Außerdem hatte Nicki ja mal Federmilben und die bekommt man wohl auch nie so ganz weg. Leider verselbständigt sich eine solche Juckerei dann gern mal zu einer schlechten Angewohnheit.

Nach eingehender Beratung durch die Tierärztin haben wir erstmal selbst versucht, die Wunde jeden Abend zu reinigen und mit einem Wundgel zu versorgen. So richtig wohl haben wir uns dabei aber nicht gefühlt. Eigentlich konnten wir nicht mal unterscheiden, was da nun Wunde war, was angetrocknetes Blut und was abgestorbenes Gewebe, welches entfernt gehörte. In dieser Situation haben wir ein riesiges Glück, dass wir eine so tolle Tierärztin haben – auf Geflügel spezialisiert, engagiert, super freundlich und verständnisvoll. Beim nächsten Tierarztbesuch haben wir uns dann recht schnell darauf geeinigt, dass Nicki erstmal bei der Ärztin bleibt. Sie wollte so ein Gefühl für die Wunde bekommen und herausfinden, was in diesem Fall die beste Versorgung ist. Und wir hatten einfach Angst, dass wir zu hause mit unserer laienhaften Wundversorgung mehr Schaden als Nutzen anrichten.

So blieb Nicki fürs Erste bei der Tierärztin.  Einmal in der Woche telefonieren wir miteinander und beratschlagen wie es weiter geht. Nicki ist bei der Ärztin gut aufgehoben. Sie hat dort sozusagen Familienanschluß und ist wohl auch emotional gut angekommen. Sie quasselt ihren Wortschatz herunter und nimmt am Familenleben teil. Mit der Wunde ging es zunächst gar nicht vorwärts, weil Nicki alles was da allmählich zuheilte sofort wieder aufknabberte. Irgendwann hat es die Ärztin dann schweren Herzens mit einer Halskrause versucht. Doch Nicki hat es wohl in kürzester Zeit fertiggebracht, sich den Unterschnabel in der Halskrause einzuklemmen. Und zwar so, dass er nur durch entfernen der ganzen Halskrause wieder zu befreien war. Die Tierärztin meinte, sie hätte in ihrer langjährigen Praxis schon so einiges erlebt, aber das hatte sie auch noch nicht gesehen. In ihrer trockenen Art schlußfolgerte sie „Diese Methode ist für diesen Vogel nicht geeignet.

Daraufhin bekam Nicki einen Verband um den Flügel. Das lief schon besser. Sie konnte jetzt die Wunde nicht mehr aufbeißen und hatte dafür mit dem Verband reichlich Material zum zerpulen. Leider heilte unter dem Verband die Wunde nicht besonders gut ab. Da hätte Luft daran gehört. Nach ein paar Wochen ohne nennenswerte Fortschritte entschied sich die Ärztin doch für einen neuen Versuch mit der Halskrause. Nicki war wohl die ersten Tage damit ziemlich geknickt, hat sich aber letztlich in ihr Schicksal gefunden. Nun bekommen wir erstmals richtig positive Nachrichten am Telefon. Die Wunde ist inzwischen schon um etwa ein Drittel kleiner geworden. Wir haben jetzt vereinbart, dass Nicki  noch  bei der Ärztin bleibt, so lange die Wunde offen ist. Erst wenn keine offene Wunde mehr zu versorgen ist, kommt sie zu uns nach hause. Die Halskrause muss dran bleiben, bis auch die Federn nachgewachsen sind, weil es wohl auch nochmal Juckreiz auslöst, wenn die ganzen neuen Federhülsen durch die Haut stoßen und da soll Nicki nicht gleich wieder zulangen können. Ich war ja schon erstaunt, dass an so einer Stelle noch neue Federn wachsen können.

Ja, das ist der Stand. Wir sind inzwischen vorsichtig optimistisch. Do genau kann noch niemand sagen, wie es weiter geht. Die Tierärztin hat uns schon darauf vorbereitet, dass solche Wunden eine langwierige Angelegenheit sein können. Bei manchen Vögeln bekommt man es wieder in Griff, ander verbringen den Rest ihres Lebens mit einer offenen Wunde. Das geht wohl auch. Man muss nur aufpassen, dass sich keine Infektion bildet. Wir hoffen und warten.

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