Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Nickis neues Zuhause

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Wie versprochen berichte ich nun auch, wo unsere Papageien künftig leben werden. Den Anfang macht Nicki, auch wenn das für regelmäßige Leser keine Überraschung mehr ist. Nicki lebt ja schon seit gut einem Jahr fast durchgängig bei unserer Tierärztin. Wir standen die ganze Zeit über regelmäßig in telefonischem Kontakt. So konnten wir direkt miterleben, wie Nicki sich dort immer besser einlebte.

Nicki kam ja anfangs als stationär aufgenommener Patient in das Heim der Tierärztin. Schon nach wenigen Wochen hatte sie sich an die regelmäßigen Behandlungen gewöhnt. Schnell fand sie auch heraus, dass es dort von der ganzen Familie jede Menge menschliche Aufmerksamkeit gibt – für Nicki eine ganz wichtige Sache. Wenn man also Vertrauen zu den Menschen fasst, dann lernt man auch schnell dass man am Esstisch jede Menge leckere Sachen abstauben kann.

Da Nicki trotz allem vehement ihre Wunden bearbeitete, ließ die Tierärztin sie nicht gern unbeobachtet und allein. So kam es, dass Nicki zu einem regelrechten Wandervogel wurde – in ihrer Transportbox kam sie überall mit hin – in die Praxis, zu Verwandten, ja selbst auf eine Familienfeier. Dort konnte Nicki beweisen, dass sie in Sachen Kindertrubel bestens abgehärtet war. Zum Erstaunen aller saß der sonst so sensible Vogel völlig entspannt in einem Raum mit lauter tobenden Kindern. Da Nicki ja nicht mehr fliegen kann, durfte sie seit dem Frühjahr auch auf der Schulter der Tierärztin an den Spaziergängen mit den Hunden teilnehmen.

Kurz und gut – Nicki integrierte sich immer mehr in das dortige Familienleben. Mit ihrem unglaublichen Charme und ihrer freundlichen Art eroberte sie zugleich alle Herzen. Irgendwann sagte die Ärztin mal zu uns „Ach, wenn ich mal nicht da bin ist das kein Problem. Hier reißen sich alle darum, den Vogel nehmen zu dürfen.“

Gerade aus diesen telefonischen Berichten merkten wir immer mehr, wie sehr Nicki intensive menschliche Zuwendung und viele interessante Eindrücke benötigt. Bei uns gab es „nur“ einen anderen Papageien und Menschen, die mit zwei Vollzeitjobs und zwei Kindern nicht mehr so viel Zeit für sie hatten, wie früher. Die Erkenntnis war hart, aber wir waren einfach nicht mehr die richtigen Halter für Nicki.

Irgendwann haben wir auch diese Gedanken mit der Tierärztin besprochen und unsere Bedenken zum Ausdruck gebracht, ein wirklich geeignetes neues Zuhause für Nicki zu finden. Wer nimmt schon einen sehr anspruchsvollen Vogel auf, der laufend medizinisch versorgt werden muss. Daraufhin kam von der Tierärztin das Angebot, das uns regelrecht einen Stein vom Herzen fallen ließ: „Ja wenn Sie das wirklich für das Beste halten – ich habe ja hier einen Platz frei für solche Fälle. Dann kann sie hier bleiben.“

Es hat dann nochmal ein paar Monate gedauert, bis wir uns alle wirklich zu diesem Schritt entschieden haben.  Nicki hatte fast zehn Jahre bei uns gelebt. Sie war mit uns umgezogen und hatte in jeder Hinsicht unser Leben geteilt. Sie war und ist ein Teil unserer Familie. Es fühlte sich an, als ob wir sie abschieben.  Dennoch, irgendwann machten wir Nägel mit Köpfen. Wir übergaben Nicki ganz offiziell in das Eigentum unserer Tierärztin.

Auf den eigentlich üblichen Abgabevertrag mit Verbot des Weiterverkaufs und ähnlichen Regelungen haben wir in diesem Fall verzichtet. Ein kurzes formloses Schriftstück tat es auch. Außerdem bekam die Tierärztin alle Originalunterlagen, die wir für Nicki besaßen. Wir dürfen Nicki jederzeit besuchen und sie darf auch wenn es passt zu uns zu Besuch kommen. Sie ist für uns nicht „aus den Augen – aus dem Sinn“, sondern wir werden in Kontakt bleiben.

Zur Übergabe der Unterlagen haben wir die Tierärztin bei sich zu Hause besucht. Ich werde darüber noch separat berichten. Jetzt nur so viel: Wir haben dort eine total zufriedene und glückliche Nicki vorgefunden. Man merkte dem Vogel regelrecht an, dass er dort den Platz gefunden hatte, der zu ihm passt. Das hätten wir ihr so schnell nicht bieten können.

Ganz aktuell haben wir von unserer Tierärztin erfahren, dass die Wunden unter Nickis Flügeln fast geschlossen sind. Das Zaubermittel heißt lasern. Ein früherer Versuch damit musst wegen starken Blutungen abgebrochen werden. Diesmal hat es funktioniert. Die Halskrause muss Nicki allerdings noch zeitweise tragen, da sie die Flügel manchmal immer noch benagt.

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