Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Obstspieße – gesundes Futter und Beschäftigung für Papageien

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Ich hatte ja schon mehrfach erwähnt, dass es bei uns Obst und Gemüse ausschließlich auf dem Spieß gibt. Einen Obstnapf kennen unsere Papageien gar nicht. Davor würden sie wahrscheinlich sitzen wie der sprichwörtliche Ochse vor dem neuen Tor. Bei uns hängt die Frischkost auf dem Ostspieß von der Bauerdecke.

Obstspieße haben aus meiner Sicht gleich mehrere Vorteile:

Der Beschäftigungseffekt für die Vögel

In der freien Natur wächst das Papageienfutter ja bekanntlich auch nicht in Näpfen, sondern muss erarbeitet werden. Mit einem nicht ganz so leicht erreichbaren hängenden baumelnden Fruchtspieß kann man das etwas nachgestalten. Die Vögel sind länger mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. So wird etwas für die Bewegung und gegen die Langeweile getan.

Bei uns hängen die Spieße wie gesagt mittig von der Bauerdecke. Rechts und links davon sind in passender Höhe zwei Sitzstangen angebracht. Allerdings nicht direkt neben den Spießen sondern mit so viel Abstand, dass man schon etwas den Hals recken muss.
Findige Papageien umgehen diesen Balanceakt mit verschiedenen Techniken. So kann man sich den Spieß mit dem Schnabel heranziehen, dann mit einem Fuß festhalten und den Inhalt genüsslich abknabbern.  Eddie schafft es auch, auf dem Dach sitzend vom Spieß zu fressen. Dazu angelt er von oben durch die Gitterstäbe nach dem Spieß und zottelt da so lange dran herum, bis der Spieß sich zwischen den Stäben verkantet.  So kommt er höher und man gelangt durch die Stäbe hindurch an das Obst.

Richtig spannend wird es, wenn zwei Papageien gleichzeitig von einem Obstspieß fressen wollen. Normalerweise hängen wir immer zwei Spieße ins Bauer, damit es keinen Streit gibt. Aber bekanntlich sind ja nicht nur die Früchte in Nachbars Garten sondern auch die auf dem anderen Obstspiel am süßesten. Das sieht dann so aus:

zwei Papageien fressen vom Obstspieß

Unsere Papageien – mit langem Hals zum Obst am Spieß

Der Bequemlichkeitseffekt für mich

Ich finde es viel einfacher und zeitsparender, ein paar große Obst- oder Gemüsestücke zurechtzuschneiden und aufzuspießen, als alles in einen Napf kleinzuschneiden.  Hier gibt es z.B. halbe Kiwis und Feigen, ganze Brokkoliröschen, einen geviertelten oder gesechstelten Granatapfel und natürlich ganze Weintrauben und Kirschen. Das geht ruck-zuck. Ein großes Stück hat auch weniger Schnittflächen als viele kleine und hält sich so länger frisch.

Zur Auswahl der Spieße:

(Diesen Abschnitt habe ich 2016 aktualisiert, da viele Links nicht mehr verfügbar waren und die Produktauswahl heute besser ist.)

Da gibt es eigentlich nicht viel zu wählen, da nicht viele Varianten gibt.

Lange Zeit waren Obstspieße in Deutschland nur schwer zu bekommen. Mein Haus- und Hof-Futterlieferant hatte manchmal aus den USA importierte Spieße der Marke Garden Kabob. Die sehen so aus:

Der heutige Obstspieß unseres Papageien

Hier in Deutschland habe ich im Zoofachhandel schon manchmal Nagerspieße gekauft. Die gehen natürlich auch für Vögel. Erfreulicherweise gibt es inzwischen auch hier Obstspieße in verschiedenen Größen zu kaufen.

Unterschiede

Der Unterschied zwischen den beiden Varianten besteht im Grunde nur darin, dass die amerikanischen das Gewinde oben haben und die Metallspieße unten. Ich mag die Variante mit Gewinde oben mehr, weil ich dann das Futter von unten nach oben, beginnend mit den großen Stücken aufspießen kann. Zuletzt kann man oben mit kleinen Stücken wie Weintrauben flexibel auffüllen. Andersherum muss ich erst genau taxieren wie viele Weintrauben ich nehmen kann, damit unten noch das Melonenstück drauf passt. Aber letztlich funktionieren beide.

Pflege

Reinigung

Ich bin dazu übergegangen, die Spieße nur noch sofort nach Gebrauch mit warmem Wasser und ggf. etwas Geschirrspülmittel per Hand abzuwaschen. Eine Zeit lang haben wir sie mit in den Geschirrspüler gegeben. Das haben aber zumindest die amerikanischen Modelle nicht vertragen. Der metallene Spieß begann ziemlich schnell zu korrodieren.

Mal abgesehen davon, dass ich mir nicht sicher bin, ob aus der angegriffenen Oberfläche irgendwas in das Obst übergeht, was vermutlich nicht gut für Papageien ist – das ging so rasant schnell, dass da richtig Material verschwand. War eine Stelle erst mal angegriffen,  wurde der Spieß dort recht schnell dünner und dünner. Mit der Handwäsche werden sie auch sauber und halten länger.

Haltbarkeit

Überhaupt ist die Haltbarkeit dieser Spieße der einzige richtige Nachteil. So ein Papageiennapf hält ja praktisch ein Leben lang. Die Spieße müssen immer mal ersetzt werden, selbst wenn sie nicht korrodieren.

Der größte Schwachpunkt ist das Gewinde. Das ist nun mal kein Meisterstück der deutschen Hochpräzisions-Metallbearbeitung. Dann wären die Dinger wahrscheinlich auch unbezahlbar. Hier handelt es sich eher um ein ziemlich schlechtes Billig-Gewinde, das ziemlich schnell ausgeschlagen ist, durchdreht und irgendwann gar nicht mehr greift. Dann kann man den Spieß wegwerfen. Also: das Gewinde mit äußerster Vorsicht behandeln und bloß nicht zu straff zudrehen. Wenn man es einmal überdreht hat geht bald gar nichts mehr.

Mein Fazit zu Obstspießen in der Papageienfütterung

Obwohl Obstspieße nicht unbegrenzt halten und mit zum Teil deutlich über 10 Euro auch nicht ganz billig sind, sind sie für uns eine tolle Lösung auf die wir nicht verzichten wollen.

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