Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Papagei hilft beim putzen

Ordnung und Sauberkeit – Womit muss man bei Papageien rechnen?

| 1 Kommentar

Unter Papageienhaltern gibt es einen Witz, den ich sehr mag:

Ein Papageienhalter erwartet Besuch und putzt die ganze Wohnung gründlich. Der Besuch trifft ein und es gibt zwei mögliche Reaktionen:
Von Nicht-Papageienhaltern „Was, Du hast erst vor zwei Stunden geputzt und es sieht schon wieder so schmutzig aus?“
Von Papageienhaltern „Was, Du hast schon vor zwei Stunden geputzt und es sieht noch so sauber aus?“

Was jeder Papageienhalter aus eigener Erfahrung weiß – wer Papageien halten möchte, sollte kein Reinlichkeitsfanatiker sein. Papageien machen Dreck. Sie machen den verschiedensten Dreck und das nicht zu knapp. Es ist selbstverständlich möglich, auch einen Haushalt mit Papageien sauber und ordentlich zu halten. Doch Abstiche wird man machen müssen. Die folgende Liste habe ich zusammengestellt, damit alle die noch vom Leben mit Papageien träumen schon einmal wissen, was sie erwartet. Natürlich dürfen auch erfahrene Halter mitlesen, mit dem Kopf nicken und eigene Eindrücke im Kommentarfeld ergänzen.

Ordnung und Sauberkeit? Damit muss man bei Papageien rechnen

  • Papageien können ihr Futter in einem erstaunlich großen Umkreis verteilen. In der Umgebung unseres Futterplatzes sah es regelmäßig aus, als würden die beiden Krummschnäbel für die Meisterschaft im Obstweitwurf trainieren. Auch die Wand dahinter konnte davon erzählen.
  • Nach der Nahrungsaufnahme wird der Schnabel von den klebrigen Futterresten gereinigt, indem er ausgiebig am Sitzast gerieben wird. Oder an jedem anderen Objekt, auf dem Vogel gerade sitzt. So trifft schon mal ein obstverschmierter Schnabel auf eine Sofalehne
  • Überall wo ein Papagei Freiflug hat muss man mit Kothaufen rechnen. Natürlich kann man unter den beliebtesten Sitzplätzen alte Zeitungen platzieren. Das schont Parkett und Teppich, doch wirklich attraktiv sieht es nicht aus.
  • Papageien im Freiflug nehmen kleinere Objekte gern mit und suchen sich ein entspanntes Plätzchen zum zerschreddern. Nicki und Eddie liebten die Plastedeckel von Mineralwasserflaschen. Die Krümel davon rieselten von Galerie und Deckenventilator. Noch heute finde ich manchmal blaue und grüne Plastestücke in einer Sofaspalte oder einem Blumentopf.
  • Blumentopf ist ein gutes Stichwort. Manche Exemplare lieben Erdarbeiten. Blumenerde oder Pflanzgranulat eignen sich auch hervorragend als Wurfobjekte.
  • Eine weitere beliebte Beschäftigung von Papageien ist das Benagen von Einrichtungsgegenständen. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Tapeten, Möbel, Sofalehnen, Teppiche, Grünpflanzen, Kleidungsstücke an der Garderobe, Stromkabel … So erhält man ein ganz individuelles Wohndesign nach Krummschnabelart.
  • Nicht zu vernachlässigen ist auch der feine Federstaub, der von den Puderdunen im Gefieder der Papageien produziert wird. Dieser Staub verteilt sich im gesamten Aufenthaltsbereich der Papageien und kann selbst Wände mit einer feinen weißen Schicht beziehen.
    Einige technische Geräte kommen mit diesem feinen Stab übrigens gar nicht gut klar. Zu Beginn unserer Papageienhaltung lebten die Vögel noch mit im Arbeitszimmer. Wir fanden es nicht lustig, dass wir plötzlich ein mit Papageienstaub zugesetztes CD-ROM-Laufwerk ersetzen mussten. Das war zu Zeiten als diese Geräte noch so richtig teuer waren.

Gegenmaßnahmen – auch nicht viel schöner

Als cleverer Papageienhalter wird man unweigerlich auf die Idee kommen, besonders gefährdete Gegenstände zu schützen. Das reduziert Verschmutzung und Zerstörung. Doch vorzeigbarer für Spontanbesuch wird die Wohnung dadurch auch nicht. Bei uns gab es schon:

  • Zeitungen unter Stühlen und Türen
  • Handtücher auf den Türen,
  • Ein Bettlaken über dem Sofa
  • Alte Tücher über den Jacken an der Garderobe
  • Plüschtiere als Abschreckung an den unmöglichsten Orten
  • Aus Karton gebastelte Abdeckhütchen über Blumentöpfen

Tatsache ist, dass mit der Haltung von Papageien ein erheblicher Arbeitsaufwand verbunden ist. Eigentlich könnte man ständig irgendwo putzen. Mindestens der direkte Wohnbereich der Papageien muss regelmäßig von Futter- und Kotresten befreit werden. Die gründliche Reinigung des Volierengitters kann ziemlich zeitraubend sein. In gewissen Abständen müssen auch Sitzäste, Freisitze, Spielzeug etc. gereinigt werden. Auch engagiert mithelfende Papageien ändern daran nichts. Man kann sich höchstens mit dem Gedanken trösten, den Vögeln auf diese Art ein Extra-Enterntainmentprogramm zu bieten.

Papagei hilft beim putzen

Beim putzen helfen macht Spaß!

Immerhin habe ich für alle Putzgeplagten zum Abschluss noch einen guten Rat, den mir ein lieber Bekannter nach Geburt des ersten Kindes gab: „Du musst nur ordentliche Wohnung neu definieren, dann passt es auch wieder zur Realität“

Nachtrag: Inzwischen habe ich viele alte Papageienfotos wiedergefunden. In diesem Beitrag könnt Ihr Euch Bilder von unseren Papageienschäden ansehen.

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Ein Kommentar

  1. Hey super,
    das ist sehr hilfreich für mich. Danke für diesen übersichtlichen TExt.
    Weiter so

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