Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

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Papageien-News KW 1-3 2013

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Ich habe mir überlegt, hier in Abständen auch auf Neuigkeiten über Papageien aus Presse und Medien hinzuweisen. Soweit es passt will ich auch ein paar eigene Kommentare zu diesen Meldungen hinzufügen. Wie groß oder klein die Abstände sein werden, wird sich zeigen wenn ich ein Gefühl dafür bekomme, wie oft Papageien in den News auftauchen. Ich bin in dieser neuen Rubrik also noch etwas am Experimentieren.

Zu Beginn des Jahres 2013 ist offensichtlich schon einiges passiert:

Paraguay: 211 Papageien-Küken sichergestellt

Worum geht es: Es handelt sich um 211 Blaustirnamazonen-Küken, die offensichtlich ihren Nestern entnommen wurden. Vier Männer wurden an der Grenze zu Bolivien festgenommen, denen nun zu Recht eine Gefängnisstrafe droht.

Was halte ich davon:  Ich frage mich bei solchen Meldungen immer, wer eigentlich die Abnehmer solcher der Wildnis entnommener Papageienküken sind. Es muss ja einen lukrativen Markt dafür geben, sonst würden nicht immer wieder Menschen ihre Freiheit für diese illegalen Geschäfte riskieren. Aber wer kauft ein illegal gefangenes und gehandeltes Papageienküken? Ich könnte es ja noch verstehen, wenn es um sehr seltene, teure und prestigeträchtige Arten geht. Von Blaustirnamazonen sollte es doch aber genug Nachzuchten geben.

In Bangladesch wurden zwei sich liebende Aras wieder vereint

Worum geht es: In einem Privatzoo in Bangladesch wurde auf richterliche Anordnung ein offensichtlich gut verpaartes Ara-Paar wieder zusammengeführt. Der Hahn war eine Art Leihgabe von einem Privathalter und wurde nach fünf Jahren zurückgefordert. Die im Zoo verbliebene Henne verweigerte daraufhin die Nahrung und der Zoodirektor erstritt vor Gericht die Rückgabe des Hahnes.

Was halte ich davon: Das ist mal eine wirklich schöne Meldung unter all den Krisennachrichten unserer Zeit. Ein kleines zwiespältiges Gefühl beschleicht mich allerdings doch. Der Papageienhalter in mir freut sich über den engagierten Zoodirektor und den tierfreundlichen Richter, der wohl mit einer gehörigen Portion gesundem Menschenverstand ausgestattet ist. Aber dann ist da noch der Betriebswirt in mir. Der hat etwas Bauchgrummeln wegen des recht massiven Eingriffs in die Eigentumsrechte des Eigentümers des Hahnes. Aber wer sagt denn, dass Betriebswirte immer Recht haben müssen.

Wieder zwei Papageien durch Teflondämpfe getötet

Worum geht es: Ein Vogelhalter hat auf einem neuen mit Teflon beschichteten Backblech Pizza gebacken. Es stieg dabei recht viel Qualm aus dem Ofen auf und wenig später lagen seine beiden Graupapageien tot im Bauer. Der Halter versuchte daraufhin, beim Hersteller der Pfanne Schadenersatz einzuklagen – und zwar mehr als der Anschaffungspreis der beiden Papageien betragen hatte. Begründung: die Vögel hätten bei ihm ja einiges gelernt, was deren Wert erhöht hätte.

Aus einer weiteren Pressemeldung erfährt man auch noch, dass der Mann sich danach zwei Sittiche gekauft hatte, welche ebenfalls beim Pizza-backen zugegen waren. Einer der Sittiche starb und ein zweiter überlebte knapp.

Was halte ich davon: Ich ringe um höfliche Worte. Natürlich hat der Mann mein Mitgefühl. Er hatte die Papageien wohl recht lange. Der Verlust muss schmerzhaft sein. Trotzdem bin ich gleich aus mehreren Gründen fassungslos:

  • Es gibt tatsächlich immer noch Papageienhalter, die über die Gefährlichkeit von Teflondämpfen für Papageien nicht informiert sind. Schlimm. Ich werde meinen Teil tun und demnächst mal einen Beitrag zu diesem Thema schreiben.
  • Selbst nach dem Tod seiner Vögel hat der Mann nicht mal recherchiert, woran es gelegen haben könnte? Er setzt tatsächlich gleich zwei Sittiche der gleichen Situation aus. Da muss man ja froh sein, dass er doch noch irgendwie auf die Teflonpfanne gekommen ist. Sonst hätte es vielleicht noch mehr Vögeln das Leben gekostet.
  • Die Schadensersatzklage finde ich schon dreist. Wie der Richter schon feststellte, hätte sich der Mann auch informieren können, was gut für seine Tiere ist und was nicht. Das ist wirklich ein bekanntes Risiko. Was soll ein Hersteller von Teflonpfannen denn eigentlich alles untersuchen und auf einen Beipackzettel schreiben? Die Wirkung auf alle Exoten von Vogelspinne bis Würgeschlange?
  • Das mit dem Schaden der höher als der Anschaffungspreis sein soll findet nun wieder der Betriebswirt in mir befremdlich. Sarkasmus on: Ich kenne mich ein wenig mit Bewertungsfragen aus. Da müsste man vielleicht erst mal Marktwerte ermitteln, ob für einen über zehn Jahre alten sprechenden Papagei tatsächlich ein höherer Preis gezahlt wird als für einen nicht sprechenden Jungvogel. Außerdem müsste noch festgestellt werden, ob bei den Vögeln ggf. Wertminderungen durch nicht bekannte Erkrankungen (Aspergillose, Leberschaden etc.) bestanden haben. Sarkasmus off.

Entschuldigung, das war jetzt nicht ganz sachlich, aber das musste mal raus.

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