Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Nach dem putzen ist vor dem Putzen – Teil 2: Welcher Dreck fällt an und wie wird man ihn wieder los?

| Keine Kommentare

Papageien in Wohnungshaltung beschäftigen ihre Besitzer mit nie endenden Putzaufträgen. Sie sorgen jedenfalls für ständigen Nachschub an Schmutz, der beseitigt werden muss. In dieser kleinen Artikelserie wird aufgedeckt, womit es Papageienhalter regelmäßig zu tun haben.

In Teil 1 geht es um die Verhaltensweisen von Papageien in ihrem natürlichen Lebensraum. Was in der freien Natur perfekt funktioniert und niemanden stört führt in unseren Wohnungen zu einem handfesten Verschmutzungsproblem.

In Teil 2 geht es zur Sache: Welcher Dreck fällt an und wie wird man ihn wieder los?

In Teil 3 stelle ich die regelmäßigen Putzaktionen in einem Papageienhaushalt vor. Ich erkläre, welche Tätigkeiten bei uns in welchem Rhythmus anfielen.

Was für Dreck fällt an?

Das wird für erfahrene Halter nichts Neues sein. Für Papageienneulinge, Anfänger und Interessierte gibt es hier Klartext:

  • Federstaub – Sehr fein, weiß und wirklich überall.
    Dieser Staub haftet auch an glatten Oberflächen. Er sitzt an Wänden, Decken und in Spalten.
  • Ausgefallene Federn und Flusen – Verteilen sich auch gern, gehören aber irgendwie dazu.
    Da sie leicht sind, können ausgefallene Federn erstaunliche Wanderschaften antreten. Sie verkriechen sich besonders gern hinter Möbeln und an sonstigen Stellen, wo man sie nicht erwartet.
  • Futterreste – Kleben, kleben, kleben
    Spelzen sind unproblematisch. Die sind trocken, fallen nach unten, bleiben da und lassen sich auffegen. Höchstens die feinen Hirsespelzen wirbeln etwas durch die Gegend.
    Das richtige Problem sind die Reste der Frischkost. Besonders übel sind Obstreste, die durch den Zuckergehalt noch extra „Klebstoff“ mitbringen.
    Wie bereits in dem ersten Artikel dieser Reihe beschrieben, fallen Futterreste nicht einfach zu Boden. Nein, sie werden weggeschleudert, herumgeworfen und abgewischt. So ein feuchter Obstrest muss unglaubliche Flugeigenschaften besitzen. Jedenfalls landen sie in einem ziemlich großen Radius rund um den Fressplatz.
  • Kothäufchen – Am besten sofort entfernen
  • Nagereste – das wohl kleinste Problem

Das alles gemeinsam kann sich zu einer gewissen Unsauberkeit zusammenfinden.

Wie wird man den Dreck wieder los? Unsere Putzstrategien

Federstaub

Zur Bekämpfung taugen ein feuchter Lappen und ein guter Staubsauger. Ich habe mit dem Bürstenaufsatz auch schon die Wände abgesaugt. Dabei sollte man allerdings eine saubere Staubsaugerbürste benutzen. Sonst sind zwar große Teile des weißen Staubes weg, aber dafür hat man graue Dreckspuren an der Wand.

Achtung, dieser Staub stellt auch Staubsaugerfilter vor große Herausforderungen. Man sollte sich auf kürzere Wechselabstände einstellen und den Filter zwischendurch öfters im Freien gründlich ausschütteln.

Feucht wischen ist effektiv, aber aufwändig. Man muss den Lappen in kurzen Abständen ausspülen. Da man nicht ständig zur Wasserleitung laufen möchte, hat man einen Eimer Wasser dabei. Dieses verwandelt sich aber in erstaunlich kurzer Zeit in eine unansehnliche graubraune Brühe. Wenn man die nicht oft genug auswechselt, wischt man eigentlich nur noch schmutzig-weiße Schmiere breit.

Ausgefallene Federn und Flusen

Einzelne Federchen sammelt man am besten mit der Hand auf. Für mehr empfiehlt sich nur der Staubsauger.

Mit Kehrblech, Handfeger und Besen sind Federn und Flusen praktisch nicht zu bändigen. Kleinere Exemplare werden vom Luftzug der Bewegung beim Fegen wieder aufgewirbelt. Größere Exemplare verhaken sich – wie kleinere auch – in den Borsten des Besens und müssen dort mühevoll wieder herausgeholt werden. In jedem Fall werden nur die wenigsten Federn dort landen wo man sie hinfegen möchte.

Futterreste

So lange sie noch feucht sind, kann man Frischkostreste gut abwischen. Das ist auch dringend empfohlen. Denn wehe, sie trocknen an. Dann artet es in Arbeit aus. Nehmen wir mal als Beispiel einen am Volierengitter klebenden Obstrest. Folgende Taktiken bieten sich an:

  • Abwischen – funktioniert fast gar nicht. Man rubbelt sich höchstens den Putzlappen kaputt. Etwas widerstandsfähiger sind Topfputzschwämme, die wir zu diesem Zweck gern eingesetzt haben.
  • Einweichen und dann abwischen – funktioniert nicht viel besser. Das Wasser trocknet eher wieder ab, als dass es das einmal festgetrocknete Obst wieder weich macht.
  • Abkratzen – mühsam, aber effektiv. Zu unseren Putzgeräten für die Bauerreinigung gehörte stets ein ausgemusterter Schraubendreher.
    Auf empfindlichem Untergrund sollte diese Technik allerdings nur mit viel Feingefühl und äußerster Sorgfalt eingesetzt werden.
  • Scheuermittel, Desinfektionsmittel und andere Reinigungszusätze – da rate ich ab. Sie helfen auch nicht besonders. Dafür bringt man eine Chemikalie auf die Gitterstäbe auf. Die kann der Papagei dann beim Klettern oder Spielen aufnehmen.
    In Einzelfällen kann das jedoch helfen. Dann sollte man aber mit klarem Wasser nachhelfen.
  • Dampfreiniger – soll gut funktionieren. Hier habe ich keine eigenen Erfahrungen. Ich habe aber in Foren schon oft gelesen dass Dampfreiniger erfolgreich zur Volierenreinigung eingesetzt werden.
  • Kärcher-Gerät / Hochdruckreiniger – funktioniert, ist aber nichts für täglich. Das haben wir selbst ausprobiert. Mit einem ordentlichen Hochdruckreiniger bekommt man fast alle Verschmutzungen vom Gitter ab. Der Nachteil ist, dass eben mit Wasserdruck gearbeitet wird. Für Innenräume ist das praktisch nicht zu gebrauchen. Wir haben einmal im Jahr im Sommer unser Papageienbauer komplett auseinandergeschraubt und auf der Terrasse mit dem Hochdruckreiniger gründlich gesäubert. Das ist ziemlich viel Arbeit, doch danach ist alles wieder blitzblank.

Gerade für Frischkostreste rund um den Futterplatz ist Vermeidung immer noch die beste Putzstrategie. Was gar nicht erst am Gitter klebt, muss man auch nicht entfernen. Außerdem ist es sinnvoll, die Umgebung des Futterplatzes putzfreundlich zu gestalten. Hier sind einige Ideen dafür:

  • Man kann zwischen Obstnapf und Volierengitter eine herausnehmbare Plexiglasscheibe installieren. Die wird regelmäßig im Geschirrspüler gereinigt.
  • In Vogelzimmern oder in großen Volieren bringen viele Halter die Futternäpfe in der Mitte des Raumes an. So sind zumindest die Wände außerhalb der Verschmutzungszone.
  • Unsere Variante für das kleinere Bauer waren Obstspieße, die in der Mitte des Bauers von der Decke hingen. Die Gitterstäbe wurden dadurch zwar nicht ganz verschont, aber wesentlich weniger verschmutzt.
  • Unter der Futterstelle kann man großzügig Zeitungen auslegen. Die sind schnell entsorgt und gewechselt.
  • Die Wand hinter der Futterstelle sollte abwaschbar sein. In Frage kommen Plexiglasplatten, sonstige abwaschbare Platten, abwaschbare Anstriche oder ein Fliesenspiegel.
  • Unsere Variante war, die Wand mit Folie zu bespannen. Wir haben diese Meterware aus dem Baumarkt verwendet, die eigentlich als abwaschbare Tischdecke gedacht ist. Je nach Verschmutzung wurde die Folie in Abständen durch neue ersetzt und die alte entsorgt.

Diese Folienvariante hat allerdings einige Nachteile:

  • Neue Folie dünstet aus und riecht sehr stark nach Kunststoff. Man sollte sie möglichst vorher gut auslüften.
  • Folie ist nicht „schnabelfest“. Bei uns wurde sie schnell als Nageobjekt entdeckt. Also mussten wir das Bauer so weit von der Wand abrücken, dass die Vögel auch mit gaaaanz langem Hals nicht mehr an die Wand kamen. Das hat Platz gekostet.

Kothäufchen

Ein frischer Kothaufen ist mit einem Papiertuch schnell entfernt. Auf empfindlichen Oberflächen sollte man noch mit klarem Wasser nachwischen, denn die Harnsäure greift manche Materialien an.

Bei uns standen in allen Räumen in denen sich die Papageien regelmäßig aufhielten Papiertaschentücher oder Küchenrollen in Reichweite. Unter besonders gefährdeten Stellen lagen Zeitungen oder ähnliches aus.

Für angetrocknete Haufen kommen im Prinzip die gleichen Techniken zum Einsatz wie bei den Obstresten. Mit ein paar kleinen Unterschieden:

  • Angetrockneter Kot ist wasserlöslich. Einweichen erleichtert die Arbeit sehr.
  • Abkratzen geht auch. Allerdings zerbröselt und staubt der Kot dabei schnell. Ich hatte immer Bedenken, was ich da gerade so einatme.

Nagereste

Die Überreste des papageiischen Nagetriebs sind im Vergleich eher unproblematisch. Meist sind sie trocken und fest und lassen sich einfach zusammenkehren.

Als ganz schnelle Variante kann man auch einen Akkustaubsauger zur Hand haben.

Was übrig bleibt wenn Papageien Spielzeug zernagen

Die Überreste eines großen Nagevergnügens

Fazit

Man sieht es – Arbeit machen die verschiedenen Hinterlassenschaften unserer Papageien immer. Mit der richtigen Technik kann man sich die diese Arbeit jedoch wenigstens etwas erleichtern. Welche Tricks hast Du, um den Papageiendreck schnell und einfach wieder loszuwerden?

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Kommentarlinks könnten nofollow frei sein.

anzeigen
verbergen