Papageienblog

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Silvesterfeuerwerk

Wie überstehen die Papageien Silvester? Gute Vorbereitung hilft

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Papageien zu Silvester: gute Vorbereitung hilft viel

Kurz vor Weihnachten möchte ich Euch heute schon an den bevorstehenden Silvesterabend erinnern. Der Jahreswechsel steht an und nicht nur der Einzelhandel stimmt uns auf Silvester ein. Es ist die Zeit in der sich viele Papageienhalter wieder Gedanken machen, wie ihre Krummschnäbel den Silvesterabend samt Feuerwerk überstehen werden. Man kann es wohl bei allem guten Willen nicht vermeiden – die Silvesternacht verläuft etwas anders als andere Nächte. Schon der Silvesterabend hält meist einige Veränderungen bereit. Das Feuerwerk in der Nacht ist im wahrsten Sinne des Wortes das Highlight und möglicherweise verläuft auch der nächste Morgen etwas anders als gewohnt. Doch mit etwas Vorbereitung und ein paar einfachen Maßnahmen kann man den Jahreswechsel für Menschen und Papageien stressarm und gefahrenfrei gestalten.

Erfahrungen mit unseren Papageien an Silvester

Bevor wir Kinder hatten, sind wir an Silvester regelmäßig feiern gegangen. Das heißt wir verließen am frühen Abend das Haus und kamen erst nach Mitternacht zurück. Da fuhr immer ein Stück weit die Sorge mit, wie die Papageien auf das Feuerwerk reagieren. Kaum zurück zu Hause sahen wir als erstes im Papageienzimmer nach: Zu unserer Erleichterung fanden wir stets alle auf ihren Schlafplätzen vor und es gab auch keine Anzeichen, dass zwischendurch mal Panik ausgebrochen war.

Später mit kleinen Kindern blieben wir in der Silvesternacht stets zu Hause. Da habe ich dann immer mal vorsichtig ins Papageienzimmer geschaut. Mit Erleichterung habe ich festgestellt, dass unsere beiden Grauen die Knallerei komplett ignoriert haben und seelenruhig weiterschliefen.

Ich denke es hängt sehr viel vom individuellen Charakter der Tiere ab, wie sie auf die typischen  Silvesteraktivitäten reagieren. Manche bleiben cool und lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Andere sind einfach kleine Sensibelchen. Die werden sich immer aufregen, egal was man tut. Dennoch kann man ein paar einfache Vorkehrungen treffen, wie man den Jahreswechsel für Papageien stressfreier und gefahrloser gestalten kann. Wer seine Tiere gut kennt kann leicht abschätzen, welche Maßnahmen für sie sinnvoll sind und welche nicht notwendig. Doch der Reihe nach:

Am Silvesterabend

Was ist anders?

Wenn man Silvester nicht komplett ignoriert, wird an diesem Abend wohl in jedem Papageienheim irgendetwas anders sein als sonst.

Entweder die Familie macht sich fertig, um irgendwo auswärts zu feiern. Dann kommt vermutlich der zeitliche Ablauf etwas durcheinander. Möglicherweise gibt es zu einer anderen Zeit Abendessen, der Freiflug wird zu einer anderen Zeit beendet oder für die Vögel entfällt das gemeinsame Essen mit dem Menschenschwarm. Je nach Feier sehen die Menschen vielleicht auch anders aus. Abendkleid und Hochsteckfrisur für den Silvesterball sehen die Papageien an Frauchen vermutlich eher selten. Im schulterfreien Kleid wird auch Frauchens Schulter plötzlich kein akzeptierter Landeplatz mehr sein.

Dann verlässt die Familie das Haus, um erst spät in der Nacht zurückzukommen. Das war bei uns eher nicht so das Problem. Die Papageien waren es gewohnt, abends ab einem bestimmten Zeitpunkt allein in ihrem Zimmer zu sein und dort einzuschlafen. Außerdem ist Silvester ja nicht der einzige Abend im Jahr, an dem man unterwegs ist.

Alternativ will man zu Hause feiern und hat ein paar Freunde eingeladen. Wenn man öfters Besuch hat, sind die Papageien das sogar gewohnt und freuen sich im besten Fall auf die Party. Dann ist alles gut. Anderenfalls nimmt der Papagei ungewohnte Betriebsamkeit wahr: Vorbereitungen, Wohnzimmer umräumen und vielleicht dekorieren, Essen Vorbereiten, viele Menschen zu ungewohnter Stunde, die auch noch lange bleiben und ungewohnten Lärm machen …

Wo lauern Gefahren?

Solche ungewohnten Vorgänge können für einen Papageien in erster Linie Stress bedeuten. Das sehe ich weitgehend entspannt. Man kann nicht jeden Stress von den Vögeln fernhalten. Auch in freier Natur geschehen ungewohnte Dinge, mit denen der Vogel klarkommen muss. Die Papageien leben nun einmal in einer Familie. Dort nehmen sie nicht nur am Alltag teil, sondern auch an besonderen Anlässen.

Auf drei konkrete Gefahren möchte ich dennoch hinweisen:

  • Das Silvesteressen: Beliebte Klassiker sind Fondue und Raclette. Für Papageien, die wie unsere den Esstisch als ihr natürliches Revier betrachten, besteht da eine erhebliche Verbrennungsgefahr. Mit Teflon beschichtete Geräte sollten wegen der giftigen Dämpfe gar nicht in einem Raum betrieben werden, in dem sich auch Papageien aufhalten.
  • Offene Fenster und Türen: Gerade wenn man Gäste hat geht es an Silvester oft hinein und heraus. Die Kinder wollen zum x-ten Mal Wunderkerzen anmachen, irgendwer geht zum Rauchen auf den Balkon und die Getränke stehen auch im Freien wo es kalt ist … Das kann eine gefährliche Mischung ergeben: Den Gästen ist es lange nicht so in Fleisch und Blut übergegangen darauf zu achten dass kein Papagei entwischen kann, wie den Haltern. Dazu kommen Vögel, die in der ungewohnten Betriebsamkeit schon mal mit einem unerwarteten Fluchtreflex reagieren können. Oder sie sind neugierig und nutzen die Chance, endlich einmal die Welt da draußen zu erkunden.
    Auch Zugluft sollte selbstredend vermieden werden.
  • Partyspaß wie Tischfeuerwerk oder Bleigießen: Die Erklärung kann kurz ausfallen. Beides kann für neugierige Papageien gefährlich sein. Schreckhafte Exemplare können außerdem in Panik verfallen und sich dadurch verletzen.

Welche Maßnahmen kann man ergreifen?

Das hängt auch vom Charakter des Vogels ab. Je nach Mentalität kann man den Vogel in die Party mit einbeziehen oder man versucht, den Trubel von ihm fernzuhalten. Bei uns hat sich Folgendes bewährt:

Wenn wir abends weggegangen sind, haben wir den Vögeln vorher einen extra-tollen Tag gemacht. Es gab ausgiebigen Freiflug und viel Beschäftigung mit den Papageien. So wollten wir vor unserer Abwesenheit noch einmal das Zusammengehörigkeitsgefühl im Schwarm stärken. Außerdem hatten wir immer die Hoffnung, dass ein müde gespielter Vogel schneller einschläft und den ungewohnten Abend gar nicht so stark wahrnimmt.

Gewohnte Abläufe wurden soweit es geht beibehalten, wenn auch zeitlich verschoben. Notfalls wurde eben ein paar Stunden früher mit den Vögeln zusammen in der Küche das Papageienabendessen vorbereitet und sie wurden mit dem gewohnten „Auf’s Bauer!“ in ihr Zimmer geschickt.

Feiert man zu Hause, so empfehle ich, den Papageien ein konkretes Zeitfenster zum Mitfeiern zu geben. In diesem Zeitraum dürfen sie mit dabei sein. Dafür sollte zu dieser Zeit

  • Kein heißes oder ungewohntes Essen am Tisch zubereitet werden
  • Keine Fenster und Türen geöffnet werden
  • Kein Tischfeuerwerk angezündet werden und
  • Kein Bleigießen veranstaltet werden

Um Mitternacht

Was ist anders

Mitternacht ist an Silvester Feuerwerkszeit. Es knallt unablässig und es gibt die verschiedensten Lichterscheinungen am Himmel. Das alles kommt und geht ganz plötzlich und in kurzer Frequenz. Das kann nicht nur konservative Papageien aus der Fassung bringen. Auch Hundehalter haben mir schon von Panikreaktionen ihrer Lieblinge berichtet.

Unsere Papageien lebten in einem Zimmer mit Dachfenstern. Ihre Schlafplätze befanden sich zeitweise fast unter dem Fenster. Um es reiseprospektmäßig positiv zu formulieren: exklusiver Blick auf das Höhenfeuerwerk.

Wo lauert die Gefahr?

Erwähnte ich schon Stress? Gut, wenn der Papagei nicht gerade herzkrank oder anders vorgeschädigt ist, wird er den Stress schon überstehen.

Die eigentliche Gefahr liegt im Erschrecken vor Knallern und Feuerwerkskörpern. Papageien sind Fluchttiere. Die vielen bunten blinkenden Lichter am Himmel über ihnen müssen auf sie extrem bedrohlich wirken (Das konnte ich auch gut beobachten, als mal ein Hubschrauber über unserem Haus kreiste). Wenn die Vögel dadurch in Panik geraten und ihrem natürlichen Fluchtreflex folgen, kann es zu ernsthaften Verletzungen kommen. Eine echte Flucht ist ja in einer Zimmervoliere oder einem Papageienzimmer nicht möglich. Wohin der Vogel im Dunkeln auch panisch flattert, er wird wahrscheinlich ziemlich schnell gegen eine Wand, einen Sitzast oder einen anderen Einrichtungsgegenstand flattern.

Da hilft es auch nichts, dass die Papageien sonst in ihrem angestammten Revier mit schlafwandlerischer Sicherheit engste Kurven fliegen können. In Panik und im Dunkeln geht da schnell die Orientierung verloren. Schwere Verletzungen sind nicht auszuschließen.

Welche Maßnahmen kann man ergreifen?

Wir haben durch folgende Maßnahmen versucht, etwas mehr Sicherheit ins Papageienzimmer zu bringen:

  • Fenster verdunkeln mit möglichst lichtundurchlässigen Rollos oder Gardinen
  • Ein kleines Licht anlassen, damit sich im Notfall ein verschreckt herumflatternder Papagei wieder orientieren kann. Das kann ein Nachtlicht sein oder eine kleine Tischlampe. Gegebenenfalls dunkelt man diese noch etwas ab, damit die Vögel nicht im ungewohnten Lichtschein sitzen.

Diese beiden Maßnahmen stellen natürlich auch schon wieder eine ungewohnte Veränderung dar. Als Halter sollte man daher überlegen, ob man seine Vögel vielleicht schon ein paar Tage vorher an diese veränderte Schlafsituation gewöhnt.

Am Neujahrsmorgen

Am Neujahrsmorgen sind alle müde. Zumindest die Menschen, die das neue Jahr gebührend begrüßt haben. Das passt nun wieder nicht zur inneren Uhr der Papageien, die ihre Menschen zur gewohnten Zeit begrüßen wollen. Wenn keiner von selbst erscheint, wird eben lautstark nach den menschlichen Schwarmmitgliedern gerufen. Das machen Papageien schließlich so. Spätestens wenn es draußen hell wird, werden sich die Papageien auch an den verdunkelten Fenstern stören. Sie sind jetzt wach und möchten nicht mehr in der Dunkelheit sitzen.

In Interesse aller – auch der müden Nachbarn – sollte man sich aufraffen und einmal bei den Vögeln vorbeischauen. Wir hatten ja das große Glück, dass unsere beiden Grauen immer damit zufrieden waren, ihre Menschen kurz zu sehen. Ich bin dann also schlaftrunken zu den beiden ins Zimmer gegangen, habe Tageslicht hereingelassen und etwas beruhigend auf sie eingeredet: „Alles ist gut. Wir sind da. Wir wollen nur noch etwas schlafen.“ Das hat ihnen tatsächlich gereicht. Ich bin wieder ins Bett gekrochen und im Papageienzimmer war ruhe.

Natürlich soll auch niemand hungern, weil die müden Menschen erst später Frühstück machen. Wir haben dafür am Vorabend die Näpfe etwas reichlicher befüllt. Dann reichte am Morgen ein prüfender Blick: Noch Körner im Napf? Trinkwasser nicht verschmutzt? Alternativ kann man sich auch einen frischen Körner- und Wassernapf griffbereit hinstellen und morgens fix austauschen. Da bekommt man im Laufe der Zeit schon ein Gefühl dafür.

Wenn wir dann irgendwann einmal aufgestanden sind, wurden die Papageien natürlich gleich aus ihrem Zimmer gelassen. Jetzt konnte der ganze Schwarm aus Mensch und Tier wieder in seine gemeinsamen Aktivitäten starten.

Mit diesen einfachen Maßnahmen haben wir unsere Papageien immer gut über den Jahreswechsel gebracht. In den ersten Jahren waren wir noch etwas besorgt, irgendwann wurde es dann Routine.

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