Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Papageienkrallen – Afrikanische Folter

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Aktuelle Papageienerlebnisse gibt es hier bekanntlich nicht mehr zu berichten. Das heißt aber nicht, dass ich nicht noch ein paar nette Episoden aus meiner Erinnerung aufschreiben kann. Heute geht es um einen festen Begriff in unserer Familie – „Afrikanische Folter“.

Welcher Halter von handzahmen Papageien kennt das nicht – das Sommerhalbjahr bricht an, es wird wärmer und man trägt nur noch ein dünnes Kurzarmshirt oder gleich irgendein Oberteil, bei dem kaum noch die Schultern bedeckt sind. Dann passiert es: Mensch und Vogel denken sich nichts Böses – der Vogel setzt wie gewohnt zur Landung auf der Schulter an – und beide bekommen einen Schreck:

  • Papagei: „Mist, wieso habe ich hier plötzlich so wenig Halt. Ich wäre beinahe abgerutscht!“
  • Mensch: „Mist, ich hatte fast vergessen, wie spitz sich Papageienkrallen auf der nackten Haut anfühlen!“

Selbst wenn der Papagei nicht gleich abrutscht sondern nur ganz entspannt sitzt und sich vielleicht noch etwas zurechtruckelt – es piekt und sticht die ganze Zeit. Es ist die reinste Folter. Unsere beiden Krummschnäbel sind bekanntlich Afrikaner. Also meinte ich irgendwann, während ich die neueste Schramme auf meinem Arm begutachtete „Wenn die im Kongo jemanden so richtig quälen wollen, müssen sie ihm nur einen Graupapagei über die nackte Haut laufen lassen.“ Der Begriff „Afrikanische Folter“ war geboren.

Ist an dieser Stelle eine Erklärung erforderlich, dass ich natürlich jede Art von Folter verabscheue? Ich möchte weder diesen Vorgang verunglimpfen noch die Opfer verhöhnen. Es handelt sich hier lediglich um ein harmloses Wortspiel. Genauso habe ich den Papageien immer mal mit dem Suppentopf gedroht, ohne dass ich das je wirklich vorgehabt hätte.

Tatsächlich können die Krallen der Papageien recht schmerzhaft werden. Papageien können sehr gut klettern und müssen sich dabei sicher festhalten. Dummerweise ist Menschenhaut nicht so griffig wie ein Stück Holz. Das macht es auch für den Vogel schwieriger. Wenn es dumm läuft rutscht er ab und versucht mit Krallen und Schnabel irgendwie wieder Halt zu finden.

Bei mir war es so, dass ich mit den Papageien auf dem Unterarm noch einigermaßen zurechtkam. Dort saßen sie nicht so oft und ich bin da vielleicht auch nicht so schmerzempfindlich. Ein paar Schrammen hatte ich da aber im Sommer auch fast immer. Ich weiß noch gut, wie ich vor Jahren im Sommer eine neue Arbeitsstelle antrat. Mein Chef und ich saßen uns gegenüber. Seine Hände sahen genauso zerkratzt aus wie meine Arme. Für ihn war die Schlussfolgerung klar: „Ach, Sie haben wohl auch Katzen?“

Nur auf der Schulter konnte ich die Papageienkrallen gar nicht ertragen. Nicht nur dass es dort besonders schmerzhaft war, ich hatte auch den Eindruck, dass die Papageien dort besonders wenig Halt auf der nackten Haut fanden. Das fand nun wiederum ich ziemlich gefährlich. Auf einen abrutschenden Papageien der versucht sich mit dem Schnabel in meinem Ohr festzuhalten hatte ich nun gar keine Lust. Egal wie heiß es war, ich habe immer ein T-Shirt aus nicht zu dünnem Stoff übergezogen, wenn die Papageien Freiflug hatten.

Papageienkrallen von unten gesehen

Hier die „Folterwerkzeuge“ aus einer etwas ungewöhnlichen Perspektive: Nicki auf dem Glastisch und ich mit Kamera darunter

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