Papageienblog

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Halsbandsittich an der Bruthöhle

Beobachtungen der Rüsselsheimer Halsbadsittiche im Mai / Juni 2016

| 2 Kommentare

Es ist Zeit für ein kleines Update über unsere Rüsselsheimer Halsbandsittiche. Ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass sie in diesem Jahr Nachwuchs haben. Auch ein paar weitere Beobachtungen konnte ich machen. Allerdings war ich wegen des schlechten Wetters nicht ganz so oft im Vernapark, wie ich mir das vorgenommen hatte. Doch der Reihe nach.

Beobachtungen am Brutbaum

Anfang Juni konnte ich „unsere“ Halsbandsittiche über längere Zeit an ihrem Brutbaum beobachten und auch einige Fotos machen. Inzwischen sind sie wohl von der Brut zur Aufzucht von Jungen übergegangen.

Noch gut eine Woche zuvor hatte ich ja beobachtet, wie ein Halsbandsittich öfters aus der Höhle herausschaute, sie aber nicht verließ. Diesmal war es umgekehrt. Erst schein niemand zu Hause zu sein. Dann kam ein Halsbandsittich angeflogen, landete am Höhleneingang, kletterte aber nicht hinein. Dafür steckte er mehrfach den Kopf in die Höhle. Nach einer Weile startete er wieder. Das sah für mich sehr nach Fütterung von Jungen aus.

 

Halsbandsittich an der Bruthöhle

Am Höhleneingang, Blick nach innen

16-06-Halsbandsittich-füttern-2

Den Kopf tief in der Höhle – das sieht schwer nach Fütterung der Jungen aus

Dieses Verhalten konnte ich ein paar Mal beobachten. Später kam ein zweiter Sittich dazu. Die Jungen waren nun wohl satt und die beiden ließen sich auf einem Zweig nah beim Höhleneingang nieder. Dort blieben sie eine ganze Zeit sitzen und zeigten sehr entspanntes Papageienverhalten: putzen, klettern, Interaktion. Vermutlich waren das die beiden Eltern.

Halsbandsittiche auf dem Brutbaum

Klettern und putzen in der Nähe des Höhleneingangs

Halsbandsittichpaar auf dem Brutbaum

Was für ein nettes Paar – vermutlich die Eltern

Weitere Sichtungen von Halsbandsittichen in Rüsselsheim

Inzwischen bemerke ich die Halsbandsittiche auch öfters in unserem Wohngebiet, das gut einen Kilometer vom Vernapark entfernt liegt. Meist höre ich sie nur; manchmal entdecke ich sie auch. Hier sehe ich fast immer nur einen oder zwei Vögel zusammen.

Eine größere Gruppe habe ich nur einmal über die Sportplätze am Sommerdamm fliegen sehen. Begleitet von den typischen Rufen flogen sieben Halsbandsittiche von Osten kommend über den Hockeyplatz in Richtung Vernapark.

Etwa eine Stunde zuvor hatte ich noch einen einzelnen Sittich auf dem höchsten Wipfel eines Baumes nicht weit vom Park entfernt entdeckt.

Alle diese Beobachtungen zeigen für mich, dass sich die kleine Gruppe Halsbandsittiche hier in Rüsselsheim heimisch geworden ist. Sie scheinen allmählich ihren Aktionsradius auszudehnen und ein größeres Gebiet als ihr Revier anzusehen.

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2 Kommentare

  1. Hallo –
    wir wohnen in der Vorderpfalz. Dort gibt es die Halsbandsittiche inzwischen zu Tausenden. Ich sehe das mittlerweile skeptisch. Die Tiere sind intelligent und setzen sich auch durch ihre Größe und das Auftreten in Gruppen problemlos gegen die Konkurrenz aus einheimischen Singvögeln durch. Das beobachtet man hier spätestens, wenn man irgendein Futterhaus aufstellt. Innerhalb weniger Tage kommen „die Grünen“ in Gruppen und vertreiben alle anderen Vögel. Die Burschen teilen sich offenbar in solche, die gerade fressen dürfen und andere, die auf dem Dach des Futterhauses die Szenerie bewachen. Wenn sich z. B. Ein Spatz nähert, kommt gleich noch ein weiterer Sittich hinzu und belegt unter lebhaftem Geflattert den Sitzplatz, den der Spatz gerade angesteuert hat. Der gibt dann natürlich auf und streicht ab. Solches Verhalten kann man hier ständig beobachten. Nur, wenn man z. B. Futter auf den Boden streut und daher mehr Platz drumherum ist, lassen die Sittiche andere Vögel mitfressen.
    Das kommt mir ziemlich „invasiv“ vor. Aber man kann die Zeit ja nicht zurückdrehen. Die Sittiche sind nun mal da und wenn man die z. B. bejagen wollte, hätte man viel zu tun. Und es wäre trotzdem fraglich, ob man die sehr erfolgreiche Population so (oder wie auch immer) noch einmal eindämmen kann. Außerdem würde eine entsprechende Knallerei erst recht alle anderen Vögel mit vertreiben, nehme ich an.
    Ein Handlungskonzept habe ich also nicht – es ist nur die Beschreibung meiner Beobachtungen.
    Schöne Grüße – Johannes

    • Hallo Johannes,
      da sprichst Du die große Schattenseite des fröhlichen Halsbandsittich-Lebens in Deutschland an. Die Auswirkungen auf die heimische Vogelwelt sind natürlich da. Halsbandsittiche sind sehr robust und anpassungsfähig. Da haben sie gegenüber vielen heimischen Singvögeln einen Vorteil. Davor darf man auch nicht die Augen verschließen.
      Ich als Papageienfan erlaube mir allerdings, an dieser Stelle etwas parteiisch und subjektiv zu sein :).
      Trotzdem danke, dass Du diesen Aspekt angesprochen hast.
      Viele Grüße
      Dagmar

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