Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Sitzstangenreinigung

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Heute war es mal wieder an der Zeit, die Sitzstangen im Papageienbauer zu reinigen. Selbst bei optimierter Anordnung sind die Stangen leider einem kontinuierlichen Veschmutzungsprozess unterworfen. Das liegt nicht nur an den obligatorischen Papageienhaufen, sondern auch an herumfliegenden Obststücken. Nicht zuletzt sind Papageien sehr reinliche Tiere, die sich während und nach der Mahlzeit ständig ihren Schnabel an irgendwas abschubbeln müssen. So setzen gerade die beiden Stangen von denen aus sie an die Obstspieße gelangen regelmäßig eine Patina an.

Mein Reinigungsprozess ist mittlerweile bewährt mehrstufig. Als erstes kratze ich von den Stangen mit einem Schraubenzieher alles ab, was sich mechanisch lösen lässt. Die Schisse sind dabei noch am unproblematischsten. Trocken platzen sie prima ab und der Rest ist wasserlöslich. Die Obststückchen dagegen kleben trocken und im Wasser einfach penetrant.

Nach dieser Vorreinigung wandern die Stangen mit etwas Geschirrspülmittel und möglichst heißem Wasser in die Badewanne – kurz einweichen lassen und dann mit einer nicht zu weichen Handbürste gründlich abschrubben. Anschließend werden die Stangen gründlich heiß abgebraust – es soll ja kein Schaum mehr dran kleben. Zum Schluss kommt meine Spezialtrocknung mit dem Fön auf maximaler Stufe. Ich hoffe, dass ich mit dieser Prozedur alles was da noch keimen könnte eliminiere. Zumindest haben wir keine Probleme mit wunden Papageienfüßen (klopf auf Holz!)

Nicki findet die Stangenreinigung super interessant. So ganz kann ich ihre Reaktion nicht interpretieren, aber es scheint nichts Schlimmes zu sein. Nicki führt vom Dach des Bauers aus gern Pseudokämpfe mit den Stangen durch. Ich halte ihr dazu das Ende einer Sitzstange vor die Nase, fast wie man das mit einem Hunde machen würde – Fass! Nicki baut sich dann in maximaler Breite auf und wird zum „Kugelvogel“ dazu werden alle Federn so weit wie möglich abgestellt. Soll bestimmt bedrohlich wirken, sieht aber irgendwie putzig aus, zumindest solange sie nicht mich bedroht. Aus dieser Position wird die Stange mit dem Schnabel attackiert, jedoch ohne übermäßige Aggressivität. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich durch die Stange in irgendeiner Form bedroht fühlt, denn solange ich mit der Stange hantiere ruft sie regelrecht und macht einen langen Hals. Das heißt üblicherweise dass ich das interessante Spielzeug endlich hergeben soll. Außerdem könnte sie jederzeit flüchten, tut es aber nicht.

Eddie hat das ganze Spiel heute von der Liane aus beobachtet. Ich habe seinen Blick wohl als Interesse fehlinterpretiert und habe ihm die Stange auch hingehalten „Na Eddie, willst Du auch mal?“ Oh nein, wollte er nicht. Was ich nicht verstand – auch Eddie trat nicht die Flucht an. Allerdings legte er alle Federn glatt an, setzte den Entsetzensblick auf und begann zu knurren. Es klingt wirklich fast wie ein Hund oder eine Katze die etwas anknurren. Von Papageien kenne ich dieses Geräusch fast gar nicht. Nur Eddies Vorgänger, Arnie, hatte auch immer in genau der gleichen Situation die Sitzstangen angeknurrt. Dazu gab Eddie noch einen kurzen Entsetzensschrei von sich, der so erstickt und gurgelnd klang, als ob ihm jemand den Hals umdreht. Natürlich habe ich den armen Kerl sofort in Ruhe gelassen.

Die Quittung für diese miese Attacke bekam ich dann später, als ich die Vögel mit dem gewohnten Abendritual samt ihren Näpfen ins Bauer befördern wollte. Da funktioniert momentan bei uns fast mustergültig. Nur heute natürlich nicht. Selbst Nicki musste ich zweimal bitten. Bei Eddie war jedoch nichts zu machen. Wahrscheinlich waren ihm die Sitzstangen nicht geheuer, die ihn erst angegriffen hatten und nun auch noch so verändert sauber aussahen. Nun ja, zumindest letzteres wird sich schneller wieder ändern als mir lieb ist. Was aber auch wieder seltsam war – Eddie saß dann die ganze Zeit auf dem Bauer und hatte eine völlig entspannte Körperhaltung. Möglicherweise hat er sich auf dem Dach relativ sicher gefühlt, weil ja das Gitter zwischen ihm und den Stangen war. Das Bauergitter scheint für Eddie eine wichtige Schutzfunktion zu haben. Alles was auf der anderen Seite des Gitters ist, ist für ihn weit weniger Gefährlich – egal ob er drinnen oder draußen sitzt.
Wahrscheinlich ist das ganze Abenteuer morgen früh vergessen und die Welt ist wieder in Ordnung.

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