Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Tierarztbesuch

| Keine Kommentare

Heute war es soweit. Da Nicki einfach nicht von ihren Federn lassen will und da unser letzter Tierarzt-Check auch schon ein Jahr her ist, war ich heute mit Nicki bei unserer Tierärztin. Wir haben das große Glück eine wirklich papageienerfahrene Ärztin gefunden zu haben, die auch sehr gut mit den Tieren umgehen kann. Dafür nehmen wir auch eine Anfahrt von 40 km in Kauf. Nicki kann dem allerdings nichts abgewinnen. Sie verträgt autofahren nicht gut und außerdem hat sie bei Transporten in dem Transportkäfig grundsätzlich schlicht und einfach Angst.

Mein Mann und ich hatten Nicki schon heute früh zu zweit in das Transportbauer verfrachtet und waren dabei schon auf heftige Gegenwehr des Vogels gestoßen. Natürlich war es nicht schön für Nicki, dass sie den ganzen Tag in dem kleinen Bauer verbringen musste. Das dürfte ein Tag lang Streß gewesen sein. Gefressen hat sie jedenfalls kaum. Heute Nachmittag ging es dann los. Wir legen unsere Tierarztbesuche wenn es geht immer in die Sommermonate, damit wir nicht abends im dunkeln unterwegs sein müssen. Dann wäre es im Auto für die Vögel noch blöder, weil sie nur noch ständig vorbeihuschende Lichter sehen.

Unsere Ärztin hat sich wie immer viel Zeit für uns genommen. Sie hat sich erstmal alles ganz genau erzählen lassen, hat ein paar Dinge nachgefragt und dann haben wir gemeinsam beraten, was wir nun tun. Wir tippen ja alle auf verhaltens- und nicht krankheitsbedingtes rupfen. Aber das wollten wir ja gerade herausfinden. Also wurden Nicki mehrere Federchen herausgezogen, die dann zur Untersuchung ins Labor geschickt werden. Dazu habe ich ihr gleich die Krallen stutzen lassen. Theortisch könnte man das auch selbst machen, aber man muss dabei sehr vorsichtig sein. Wenn man zu viel abschneidet, verletzt man die kleinen Blutgefäße und kann dann zusehen, wie man die Blutung wieder zum Stillstand bekommt. Für solche Fälle ist eine Tierarztpraxis einfach besser gerüstet als ich zu Hause. Außerdem soll Nicki ruhig auf die Ärztin sauer sein und nicht auf mich. Die Entscheidung war auch besser so, denn Nickis Krallen wachsen ziemlich eng. Deshalb nutzen sie sich wohl auch trotz Naturästen nicht so richtig ab. Die Ärztin hatte auch ganz schön zu tun, dass sie mit diesen Krallen zurecht kam.

Wir hatten zusätzlich noch überlegt, ob wir Nicki auch röntgen. Sie hat schließlich eine leichte Aspergillose und da ist es grundsätzlich besser, regelmäßig zu kontrollieren. Da Nicki aber völlig symptomfrei ist und wir das ganze letzte Jahr über auch immer ganz brav inhaliert haben, schlug die Ärztin vor, erstmal zu sehen, wie sie sich so während der Untersuchung hält. Wenn die Vögel gegriffen und untersucht werden, bekommen aspergillosekranke Vögel vor lauter Angst und Streß meist ziemlich deutlich Atemgeräusche. Sie röcheln dann regelrecht. Bei Nicki war das nicht der Fall. Der ganze Vogel hat zwar vor Angst gebebt, aber die Atmung war völlig geräuschlos. Daher haben wir in diesem Jahr auf das Röntgen verzichtet.

Damit waren die Ergebnisse, die wir heute schon bekommen konnten, erstmal völlig in Ordnung.  Zum Schluss haben wir dann noch über die Versorgung mit Vitaminen und Mineralien gesprochen. Ich hatten ja schon von den letzten Tierarztbesuchen Korvimin und Immu-Stim, zwei Mineral-Vitamin-Präparate speziell für Vögel bekommen. Offensichtlich kann ich davon auch mehr geben, als ich das bisher getan habe. Ich habe folgendes gelernt:

  • So leicht ist es nicht, einen Vogel mit Vitaminen überzuversorgen. Die Tierärztin hat in ihrer 18jährigen Praxis noch nicht einen Fall von Hypervitaminose erlebt, aber schon viele Fälle von Unterversorgung.
  • Zwei Jahre altes Korvimin ist definitiv abgelaufen.
  • 50 g Korvimin sollten für zwei Vögel ca. ein halbes Jahr reichen.

 

Vom Verhalten her interessant fand ich dann noch die Rückfahrt. Schon auf dem Weg von der Arztpraxis zum Auto hatte Nicki sich sichtlich entspannt. Die Autofahrt selbst war dann wieder Stress pur. Vor unserem Haus angekommen hatte ich kaum das Bauer aus dem Auto geholt und Nicki gesagt, dass wir nun wieder zu Hause sind, da wurde sie wieder deutlich entspannter. Auf dem Weg ins Treppenhaus war sie schon wieder fast die Alte. Es gibt jetzt drei Möglichkeiten, woran das lag. Natürlich sind die auch beliebig kombinierbar:\r\n

  • Sie hat mir angemerkt, dass ich erleichtert darüber war, dass wir nun das Gröbste hinter uns hatten
    Sie hat den leisen Pfiff von Eddie von oben aus dem offenen Fenster gehört (vermutlich sogar besser als ich)
    Sie hat unser Treppenhaus, durch das sie nun wirklich nicht oft transportiert wird, wiedererkannt.

 

Manche Dinge an unseren Vögeln werden wir nie ganz verstehen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Kommentarlinks könnten nofollow frei sein.

anzeigen
verbergen