Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Papageien im großen Transportkäfig

Papageien transportieren – Was für einen Transportkäfig brauche ich?

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Manchmal lässt es sich nicht vermeiden – die Papageien müssen außerhalb des eigenen Heims transportiert werden. Die häufigsten Gründe sind vermutlich Tierarztbesuch, Urlaub bzw. Reise zur Urlaubsbetreuung und Umzug der Halter. In jedem Fall benötigt man eine geeignete Transportbox. Es muss nicht immer gleich ein spezieller Transportkäfig für Papageien sein. Auch andere Alternativen haben sich bewährt.

In diesem Artikel stelle ich die verschiedenen Transportmöglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen vor. Außerdem gibt es Tipps für Notfälle, wenn kein geeigneter Transportbehälter zur Hand ist.

Allgemeine Überlegungen bei der Auswahl eines Transportkäfigs

Die meisten Papageien, die nicht regelmäßig „verreisen“ mögen Transporte eher nicht. Daher muss man auch nicht unbedingt Begeisterung über den Transportkäfig von seinen gefiederten Freunden erwarten. Wenn sie es toll finden und ihr Transportbauer mögen – umso besser.

Auch unsere Papageien waren keine Reisefreunde. Trotzdem haben wir immer versucht, ihnen notwendige Transporte so angenehm wie möglich zu machen. Dazu gehört nicht nur der Aufenthalt im Transportkäfig, sondern auch das Hineinsetzen und wieder Herausnehmen. Stress wird sich dabei nicht immer vermeiden lassen. Umso wichtiger finde ich es, dass diese Prozeduren nicht noch durch ungünstige Käfigöffnungen erschwert werden.

Gerade wenn die Papageien ihr Transportbauer nur selten benutzen und sehen, finde ich eine ausreichende Gewöhnungsphase sinnvoll. Wir haben unseren Transportkäfig damals ein paar Wochen vor dem geplanten Umzug gekauft. Er wurde sofort gut sichtbar – aber natürlich in „sicherer“ Entfernung im Zimmer der Papageien aufgestellt. Unsere Hoffnung war, dass die neugierigen Vögel den Käfig als Spiel- und Klettermöglichkeit erkunden und sich so damit vertraut machen.

Nun, bei uns hat das nicht funktioniert. Papageien tun eben selten, was man von ihnen erhofft. Einen Versuch war es in jedem Fall wert.

Aus meiner eigenen Erfahrung sollte man bei der Anschaffung eines Transportkäfigs auf folgende Punkte achten:

  • In einem kleineren Käfig ist die Verletzungsgefahr geringer, wenn der Vogel erschrickt und umherflattert. Für kurze Aufenthalte von wenigen Stunden ist ein kleiner Käfig in jedem Fall zumutbar und ausreichend.
  • Wenn der Papagei auch mal ein oder zwei Tage in dem Käfig verbringen muss, ist etwas mehr Bewegungsfreiheit sinnvoll. Dann sollte auch Platz für die vertrauten Futternäpfe und ein Spielzeug sein.
  • Die Käfigöffnung sollte klein genug sein, dass der Papagei nicht gleich wieder entwischen kann, ehe man sie verschlossen hat.
  • Die Käfigöffnung sollte aber auch groß genug sein, dass man den Vogel bequem hineinsetzen und auch wieder herausholen kann. Das fand ich immer besonders bei Tierarztbesuchen wichtig, wo sowieso schon alle Beteiligten gestresst sind.
  • Wie im normalen Papageienheim auch sollte die Sitzstange am besten aus Naturästen bestehen. Sitzstangen sollten eher niedrig angebracht sein, um hohe Stürze zu vermeiden.
  • Die Größe des Käfigs und der Durchmesser der Sitzstangen sollten selbstverständlich zur Größe des Vogels passen.

Verschiedene Varianten von Transportkäfigen und –boxen

Ganz einfache Lösung: Transportbox für Hunde und Katzen

Für mittelgroße Papageien ist das wohl die einfachste Lösung: eine handelsübliche Transportbox für Katzen und Hunde. Solche Boxen hat uns damals die Züchterin mit verkauft, als wir unsere ersten Papageien angeschafft hatten. Auch unsere Tierärztin setzt stets auf dieses Transportmittel.

Wir hatten ein Modell ähnlich wie dieses hier, also Standardausführung. Für kurze Aufenthalte finde ich eine solche Box vollkommen ausreichend. Der Boden kann mit Zeitungen oder Küchenpapier ausgelegt werden.

Vorteile

  • Preiswert, überall erhältlich, handlich, nicht zu sperrig, passt auf jeden Autositz
  • Die Öffnung hat eine günstige Größe und befindet sich an einer Seitenwand. Wir und die Tierärzten konnten unsere Grauen immer gut hineinsetzen und herausnehmen.
  • Es gibt mittlerweile auch Varianten mit integriertem Futternapf. Wahrscheinlich kann man aber auch einfach einen kleinen Papageiennapf vorn ans Gitter hängen.

Nachteile

  • Der Papagei sitzt auf dem Boden. Dadurch hat der Papagei wenig Halt. Die Umgebung wird noch ein Stück ungewohnter.
    Eine Sitzstange einzubauen erfordert wohl mehr handwerkliches Geschick als wir hatten. Außerdem reicht dann möglicherweise die Höhe nicht mehr aus.
  • Die Wände sind meist aus Plastik mit ein paar Durchbrüchen. Dadurch fehlt das vertraute Gitter. Je nach Charakter kann das aber auch ein Vorteil sein. Der Vogel wird so etwas von den äußeren Eindrücken abgeschirmt und kann sich in seiner „Höhle“ verkriechen.

Kleintiertransportboxen

Der Handel bietet mittlerweile eine ganze Reihe von Transportboxen für Kleintiere an. Damit habe ich keine eigenen Erfahrungen. Von den Bildern her würde ich sie aber für weniger geeignet halten. Die Öffnung scheint meist das „Dach“ zu sein. Das halte ich bei einem Papageien für ungünstig. Er kann da vermutlich beim Hineinsetzen oder Herausnehmen ziemlich schnell entwischen.

Außerdem haben die meisten dieser Boxen eine Höhe von nur 15 cm bis 20 cm. Die Katzentransportboxen sind ca. 30 cm bis 40 cm hoch, was für unsere Graupapageien eine gute Höhe war.

Umfunktionierter Wellensittichkäfig

Diese Idee habe ich einmal beim Tierarzt im Wartezimmer gesehen. Da saß eine Amazone im nicht sehr großen Wellensittichkäfig, etwa wie dieser. Die Halter hatten die dünnen Sitzstangen herausgenommen und kurz über dem Boden einen Sitzast angebracht. Der Vogel wirkte darin ziemlich entspannt.

Das ist vermutlich eine recht gute Lösung.

Vorteile

  • Die meisten Papageienhalter haben einmal mit Sittichen angefangen, so dass das Wellensittichbauer vielleicht noch vorhanden ist.
  • Der Vogel hat ein gewisses Maß an Bewegungsfreiheit, ohne zu viel Platz zu haben.
  • Der Vogel kann nach draußen sehen und hat Gitterstäbe – wenn auch nicht seine vertrauten.
  • Auch diese Lösung hat eine handliche Größe. Sie kann gut getragen und im Auto transportiert werden.

Nachteile

Als größten Nachteil sehe ich, dass der Papagei in diesen Käfig vermutlich nur hinein und heraus kommt, wenn man das Gitterteil von der Bodenschale abnimmt. Bei so einer großen Öffnung muss man mit einer erhöhten Fluchtgefahr rechnen.

Große Transportkäfige für Papageien

Neben den beiden Katzetransportboxen hatten wir noch einen größeren Transportkäfig speziell für Papageien. Dieser Käfig sah aus wie ein überdimensionierter Wellensittichkäfig – etwa in dieser Art, nur noch etwas größer.

Das war schon ein richtiger Vogelkäfig: an den beiden Stirnseiten gab es Türen; vier Futternäpfe waren im Lieferumfang mit dabei; es gab eine Bodenschale mit Auszügen und zwei Sitzstangen aus Holz im richtigen Durchmesser. Außerdem konnte man das Dach nach rechts und links aufklappen, eine weitere längere Sitzstange dazwischen klemmen und hatte so einen Freisitz.

Diese Größe ist Vor- und Nachteil zugleich:

Vorteile

  • Ein solcher Käfig ist groß genug, das man zwei Papageien darin transportieren kann. Sicher mag das auch die Verletzungsgefahr erhöhen, aber bei uns gab es nie Probleme. Für gut vergesellschaftete oder verpaarte Papageien kommt so zum Reisestress nicht auch noch der Stress der Trennung vom Partner
  • Der Käfig bietet mehr Bewegungsfreiheit und ist damit im Ausnahmefall auch groß genug für einen ein- bis zweitägigen Aufenthalt der Papageien darin.

Beispiel

Bei unseren beiden Umzügen war diese Lösung ideal: Die Papageien konnten in ihrem Reisekäfig von einer ruhigen Ecke aus das Umzugsgeschehen beobachten. Wenn nachmittags der Laster beladen war, machten wir uns mit den Autos und den Papageien darin auf den Weg in die neue Wohnung (einmal 400 km und einmal 200 km entfernt). Die Papageien verbrachten ihre erste Nacht in der neuen Wohnung im Transportkäfig. Dort blieben sie auch, bis der Umzugswagen da war und wir das neue Papageienzimmer eingerichtet hatten

Papageien im großen Transportkäfig

Unsere Grauen warten gemeinsam im Transportkäfig, bis ihr neues Zimmer hergerichtet ist

Nachteile

  • Einen so großen Käfig stellt man nicht mal eben im Kleinwagen auf die Rückbank. Im Kombi meines Mannes passte unser Käfig gut in den Kofferraum. In meinem Kompaktwagen musste ich jedes Mal die Rückbank umklappen.
  • Durch die Größe lässt sich der Käfig auch schlecht tragen. Er ist ziemlich schwer und einfach unhandlich.
  • Bei Tierarztbesuchen wird die Bewegungsfreiheit in dem großen Käfig zum Problem. In einer kleinen Box hat ein erfahrener Tierarzt den Papagei schnell gegriffen. Der Papagei kann ja nirgends hin. In dem großen Transportbauer startete jedes Mal eine regelrechte Verfolgungsjagd.

Wie ich gesehen habe, gibt es inzwischen auch optisch ansprechendere Varianten von Transportkäfigen, z.B. hier und hier.

Dabei muss man natürlich bedenken, dass die Optik vorwiegend den Menschen ansprechen soll. Außerdem sind diese Modelle nicht gerade preiswert. Wenn der Papagei regelmäßig transportiert wird, z.B. für Aufenthalte im Wochenendhaus oder Frischluftaufenthalte im Garten, kann das eine lohnende Investition sein. Ansonsten gibt es wohl auch preiswertere Lösungen.

Bei den beiden Käfigvarianten Sittichkäfig oder großer Papageientransportkäfig ist zu beachten, dass der Papagei logischerweise rundherum von Gitterstäben umgeben ist. Das ist gut, um sich daran festzuhalten. Unsere Graupapageien saßen während der Autofahrten gern mit einem Fuß auf der Sitzstange, mit dem anderen Fuß und dem Schnabel haben sie sich am Gitter festgehalten.

Durch das Gitter ist der Vogel aber auch von allen Seiten fremden Eindrücken ausgesetzt. Wenn das zu viel werden sollte, kann man den Käfig auch ganz oder teilweise mit einem Handtuch abdecken.

Für Notfälle

Manchmal muss es einfach schnell gehen. Es gibt Notfälle, die wir uns alle nicht wünschen, z.B. Wohnungsbrände. Oder der Papagei hat eine stark blutende Wunde und muss schnellstmöglich zum nächsten Tierarzt. Dann hat man keine Zeit, erst noch den Transportkäfig aus dem Keller zu holen. Dann ist es gut, wenn einem schnell eine Notlösung einfällt.

Natürlich sind diese Notbehältnisse nicht sonderlich stabil. Für einen panisch herumflatternden Papagei besteht darin eine hohe Verletzungs- und Fluchtgefahr. Ich würde den Vogel da besser nicht aus den Augen lassen, um notfalls eingreifen zu können. Aber es ist besser als gar keine Transportmöglichkeit.

Kissenbezug

Irgendwo habe ich für diese Fälle einmal den Tipp gelesen, den Vogel einfach in einen Kissenbezug zu stecken.

Das ist sicher nicht schön und lange halten wird es auch nicht. Aber einen Kissenbezug hat man meist schneller zur Hand. Ein größerer Einkaufsbeutel aus Stoff dürfte auch funktionieren.

Zumindest kann man so den Vogel erst einmal aus der Gefahrenzone bringen. Danach kann man weitersehen.

Pappkarton

So haben auch wir schon einen erkrankten Papageien transportiert: In einem Karton geeigneter Größe. Auf den Boden kommt ein Handtuch und / oder etwas Küchenpapier. Obendrauf kann man den zugehörigen Deckel tun (ggf. ein paar Luft- und Lichtlöcher hineinstechen). Auch ein großes Handtuch oder eine kleinere Decke eignen sich gut als Abdeckung. So kann man auch einen kleinen Sichtspalt lassen.

Mein Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, Papageien sicher zu transportieren. Die vorgestellten Transportkäfige und –behälter reichen von klein bis groß, von einfach bis „Luxusausführung“, von preiswert bis recht teuer. Die Entscheidung hängt neben der Tiefe des Geldbeutels von vielen Faktoren ab:

  • Wie oft wird der Papagei transportiert?
  • Wie lange muss er sich dabei in dem Käfig aufhalten?
  • Mag es der Vogel lieber geschützt oder mit Aussicht?
  • Wie verhält sich der Vogel während des Transports? Ruhigen und entspannten Vögeln kann man mehr Platz gönnen. Neigt der Papagei zur Panik, ist er in einem kleineren Behältnis ohne viel Inventar sicherer aufgehoben.
  • Sollen zwei Papageien in getrennten oder einem gemeinsamen Käfig transportiert werden?
  • Was ist die maximale Käfiggröße, die in mein Auto passt?

Welche Erfahrungen habe Ihr beim Transport Eurer Papageien gemacht? Was hat sich bei Euch bewährt oder auch nicht?
Schreibt Eure Tipps in den Kommentaren

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