Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Urlaubsbetreuung für Papageien – Teil 2: Unsere Lösungen

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In Teil 1 dieser kleinen Artikelreihe habe ich bereits gezeigt welche Möglichkeiten es gibt, die Papageien während des Urlaubs der Halter gut zu versorgen. In diesem zweiten Teil geht es nun um unsere ganz persönlichen Erfahrungen bei der Urlaubsbetreuung unserer Papageien. Der Einfachheit halber erzähle ich in chronologischer Reihenfolge.

Die Wellensittiche – bei Verwandten und in der Tierpension

Den Anfang unserer Papageienhaltung machten zwei Wellensittiche. Die konnten wir während des Urlaubs immer zu meinen Schwiegereltern bringen, welche selbst seit Jahren einen Wellensittich hielten. Das war absolut unkompliziert; die notwendige Erfahrung war ja vorhanden. Ein schöner Nebeneffekt war, dass die Schwiegereltern auf diese weise erleben konnten, wie sehr ihr Einzelvogel in Gesellschaft aufblühte. So konnten wir sie endlich überzeugen, Ihrem Hahn eine Henne zur Seite zu geben.

Manchmal überschnitt sich unsere Abwesenheit mit  der von Schwiegereltern. So brachten wir die beiden Wellis auch zweimal in eine Tierpension hier im Ort. Das war grundsätzlich in Ordnung. Die Besitzerin wirkte kompetent. Sie hat sich detailliert über unsere Vögel erkundigt und auch unsere Fragen beantwortet. Leider hat sie sich nicht getraut, unsere beiden nicht handzahmen Flieger aus dem Bauer zu lassen. Sie hatte Angst dass sie nicht von selbst wieder hineingehen würden und wollte ihnen keine Hetzjagd zumuten. So mussten die beiden leider die ganze Zeit ohne Freiflug verbringen. Das hätten wir besser auch vorher absprechen sollen.

Wir hatten stets den Eindruck, dass unsere Wellensittiche den Ortswechsel und Betreuerwechsel gut verkraftet haben. Sicherlich lag das auch daran, dass sie zu zweit waren und in ihrem gewohnten Bauer gereist sind.

Die Papageien – Urlaubsbetreuung zu Hause durch Verwandte und einmal mitnehmen

Nach einigen Jahren zogen die Papageien bei uns ein. Die konnten wir nicht mehr so einfach samt Bauer bei Familienmitgliedern abgeben. Nun griffen wir auf die tatkräftige Hilfe meiner Mutter zurück, die damals keine 100 Meter von uns entfernt wohnte. Nun war natürlich eine detaillierte Einweisung erforderlich. Meine Mutter hat diese Aufgabe wie erwartet zuverlässig und gewissenhaft erfüllt. Rückblickend muss ich allerdings sagen, dass wir ihr da wohl einiges zugemutet haben. Es geht ja nicht nur ums füttern, sondern auch um die recht aufwändige Bauerreinigung und den täglichen Umgang mit zwei großen Vögeln. Mama war damals schon nicht mehr die Jüngste und hatte nie besondere Ambitionen zur Haustierhaltung. Eine andere Betreuungslösung wäre wohl rücksichtsvoller gewesen.

Das wurde nach unserem Umzug sowieso notwendig. Die erste Reise war die Fahrt in die alte Heimat über die Weihnachtsfeiertage. Wir waren gerade erst umgezogen. Mit einer neuen Umgebung und zwei neuen fordernden Jobs hatten wir es einfach noch nicht geschafft, uns nach einer vernünftigen Betreuung umzusehen. Was folge war eine absolute Notlösung, die ich auch nur im Notfall so wiederholen würde: Die Wellis zogen wieder in eine Tierpension und die Papageien wurden im Transportbauer einfach mitgenommen. Es waren ja „nur zwei Tage“. Mit ins Hotel nehmen wollten wir sie allerdings nicht. Wir fürchteten die Schäden an der Einrichtung und außerdem würden wir dort ohnehin nur zum schlafen sein. Also landete das Transportbauer samt Vögeln für zwei Tage bei meiner Mutter auf dem Wohnzimmertisch. Toll fand das keiner der Beteiligten. (Mehr zum Thema Transportkäfig habe ich übrigens in diesem Beitrag geschrieben)

Die Papageien – Urlaubsbetreuung zu Hause durch professionelle Tiersitter

Es wurde also höchste Zeit, eine bessere Lösung zu finden. Da unsere Papageien inzwischen ganztägigen Freiflug in ihrem Zimmer gewohnt waren, wollten wir sie ungern irgendwo unterbringen, wo sie mit weniger Platz auskommen müssten. Ich suchte also im Internet ganz ergebnisoffen nach einer regionalen Urlaubsbetreuung für Heimtiere, idealerweise Papageien. So kam ich auf d i e Lösung für uns, bei der wir dann auch dauerhaft blieben: Eine Betreuerin, die täglich morgens und abends in unsere Wohnung kommt, die Vögel mit Futter versorgt und bei Bedarf auch das Bauer reinigt. Wir fanden eine tierliebe ältere Dame, die ihr Einkommen durch genau solche Dienstleistungen aufbessert. Bislang hatte sie zwar überwiegend Katzen betreut, aber sie war sehr erfahren und routiniert in der Organisation dieser Aufgabe.

Wir vereinbarten einen Tagessatz, der ihre Fahrtkosten und Arbeitszeit abdeckte. Das Futter stellten wir. Bei längerer Abwesenheit hinterlegten wir etwas Geld, damit sie Frischfutter nachkaufen konnte. Ein netter Nebeneffekt war, dass wir so gleichzeitig jemanden gefunden hatten, der den Briefkasten leerte und die Grünpflanzen versorgte.
Nach einem weiteren Umzug suchten wir wieder nach genau so einer Perle, diesmal per Kleinanzeige. Die Resonanz hat uns regelrecht überrollt – drei Tage stand das Telefon kaum still. Auch diesmal fanden wir eine zuverlässige Betreuerin mit Tiererfahrung. Eine weitere Adresse hoben wir uns bei dieser Gelegenheit als Reserve auf. Auch wenn wir von Beginn an auf eine dauerhafte Beziehung hingearbeitet haben – bei jedem können sich die Lebensumstände ändern.

Genau dieser Fall trat dann auch nach einigen Jahren ein: Unsere Betreuerin teilte uns mit, dass sie aus persönlichen Gründen umziehen und unsere Region verlassen würde. Also riefen wir bei der „Reserveadresse“ an und taten wieder mal einen Glücksgriff. Von nun an wurden unsere Papageien betreut von einer sehr erfahrenen Frau, die sich als Tierpsychologin und Tiersitter- sowie Hunde-Gassi-Service selbständig gemacht hatte.

Wir haben mit diesem Modell ausnahmslos positive Erfahrungen gemacht. Die Papageien haben unsere Abwesenheiten immer gut verkraftet. Die Betreuerinnen haben uns hinterher stets berichtet wie es lief und wie die Vögel allmählich immer zutraulicher geworden sind. Wir hatten auch stets das Glück mit wirklich tierlieben Frauen zusammenzuarbeiten. Sie wechselten nicht nur schnell das Futter, sondern nahmen sich auch etwas Zeit für die Vögel.

Dabei war es auch vollkommen unproblematisch, dass keine unserer insgesamt drei Betreuerinnen Vorerfahrungen mit Papageien hatten. Sie hatten alle Haustiererfahrungen (Hunde und Katzen) und das war wichtig. Für uns bedeutete das:

  • sie bringt den nötigen Respekt vor der Persönlichkeit des Lebewesens mit,
  • sie hat das Einfühlungsvermögen trotz evtl. unbekannter Körpersprache die Stimmung des Tieres einigermaßen einzuschätzen und
  • sie verfällt in Notfällen nicht gleich in Panik sondern weiß sich zu helfen.

Die wesentlichen Punkte der Papageienhaltung haben wir sowieso im Vorfeld besprochen. Der Rest war „learning by doing“. Wir standen auch stets telefonisch für Rückfragen zur Verfügung. Alle Frauen haben uns berichtet, dass sie die Betreuung der Papageien als tolle Abwechslung in ihrem sonstigen Hunde-  oder Katzenalltag ansehen und viel Spaß mit unseren Grauen hatten. Auch ihre jeweiligen Partner waren wohl begeistert, mal etwas andere Tiererlebnisse zu hören.

Unser Fazit: ein Tierbetreuer der zu den Papageien nach Hause kommt ist vielleicht nicht die preiswerteste Lösung, aber für uns die beste. Wir wussten unsere Tiere in sachkundigen Händen und mussten die Hilfsbereitschaft in der Familie nicht über Gebühr strapazieren.

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