Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Wie ging es weiter mit Nicki?

| Keine Kommentare

Ich bin in dieser Woche kaum zum Schreiben gekommen und es wird Zeit wieder über Nicki zu berichten. Wie immer gibt es Licht und Schatten.

Fangen wir mit den positiven Entwicklungen an: Die Tierärztin hat unsere Berichte über Nickis Verhalten hier zu Hause sehr erfreut zur Kenntnis genommen. Sie meint es ist ein gutes Zeichen und der erste Schritt zur Besserung, wenn Nicki mit ihrer Zeitungsschredderei wieder gelernt hat wie ein Papagei zu spielen. Sie hat uns auch noch einmal bestätigt, dass gerade Graupapageien besonders sensibel und mimosenhaft sind. Nach ihrer Erfahrung sind besonders oft die Hennen von so starkem Fehlverhalten betroffen, so dass möglicherweise auch die Hormone eine Rolle spielen.

Soweit zum Licht, nun zum Schatten. Am Dienstag haben wir nach 1 ½ Wochen Nicki wieder persönlich bei der Tierärztin vorgestellt. Vorausgegangen waren nun wie gesagt vier Werktage an denen wir den Tag über aus dem Haus waren und ein Wochenende an dem wir leider auch nicht so viel Zeit für Nicki erübrigen konnten, wie das vielleicht nötig gewesen wäre.  Das Ergebnis war, dass ihre Flügel wieder ziemlich schlimm aussahen.

Nicki ist daraufhin erst mal wieder bei der Tierärztin verblieben, hauptsächlich weil die noch eher Zeit für Nicki hat als wir. Eine Idee der Tierärztin war nämlich auch, Nicki täglich zu baden. Es gibt da wohl eine neue Studie von Hunden mit Automutilationsverhalten, bei denen sich das sehr positiv ausgewirkt hat. Täglich baden heißt aber in diesem Fall täglich den Verband entfernen, Vogel baden, Wunde trocknen, warten bis das Gefieder trocken ist, so lange aufpassen dass nicht an der Wunde genagt wird, Verband wieder anlegen. Das können wir spät abends unmöglich noch leisten. Nicki wird abends nach 20 Uhr auch kaum noch baden wollen und früher bekommen wir es durch Arbeitszeiten und Kinder nicht hin.

Mein Mann hat sich über diese ganze Thematik ausführlich mit der Tierärztin unterhalten und anschließend haben auch wir beide endlich mal das ausgesprochen, was wir alle schon eine Weile im Kopf haben: Sind wir noch die richtigen Halter für einen Vogel wie Nicki oder müssen wir ihr einen Platz suchen, an dem man ihren Bedürfnissen besser gerecht werden kann. Es geht ja nicht nur darum die Wunde zum heilen zu bringen. Auch danach werden wir für Nicki nicht die menschlichen Schwarmmitglieder mit Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit sein, die sie haben möchte. Natürlich ist es bitter, sich ein Scheitern einzugestehen. Aber hier muss das Wohl des Vogels über unseren Befindlichkeiten stehen. Es scheitert bei uns ja nicht am wollen, sondern objektiv an den Möglichkeiten.

Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen und vielleicht wendet sich ja doch noch alles zum Guten. Trotzdem sind wir momentan alle etwas niedergeschlagen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Kommentarlinks könnten nofollow frei sein.

anzeigen
verbergen