Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Wie schützt man ein Dachfenster im Papageienzimmer (Fenstersicherung)

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Es ist nicht einfach, in einem Papageienzimmer zu lüften. Die Bewohner sind ja dort den ganzen Tag frei unterwegs. Das Fenster nur zu öffnen, wenn die Papageien gerade in einem anderen Teil der Wohnung unterwegs sind, ist jedenfalls keine Lösung. Man möchte seinen Vögeln im Sommer ja auch mal für einen längeren Zeitraum Frischluft gönnen.

Also benötigt ein Papageienhalter irgendeine Schutzkonstruktion die ihm ermöglicht das Fenster zu öffnen und den Papageien trotzdem Freiflug in diesem Raum zu ermöglichen. Bei uns bestand die besondere Herausforderung in einem Dachfenster. In diesem Teil meiner Artikelserie Wie schützt man … geht es um das Dachfenster im Papageienzimmer. Diesmal soll aber nicht das Fenster vor den Papageien geschützt werden, sondern umgekehrt. Wir brauchten eine Lösung, bei der wir das Fenster auch dann öffnen können, wenn die Bewohner im Zimmer sind – ohne dass diese gleich den ganz großen Freiflug in die weite Welt antreten.

Ich hatte unsere Fenstersicherung hier schon einmal kurz beschrieben, doch nun gibt es noch ein paar Bilder dazu.

Sicherung der Dachfenster – unsere Ausgangsituation

In der ersten Zeit hatten wir uns damit beholfen, nur zu lüften, wenn die Papageien entweder nicht im Zimmer oder im Bauer waren. Dadurch ist man natürlich sehr eingeschränkt und muss auch ziemlich aufpassen. Außerdem konnten wir so im Sommer tagsüber wenn wir nicht im Haus waren das Fenster nicht offen lassen. In einer ziemlich warmen Dachgeschosswohnung ist das fatal.

Ich hatte damals viel im Internet recherchiert, wie andere Papageienhalter ihre Dachfenster absichern. Viel ist dazu aber nicht zu finden und so richtig wollte keine der Lösungen zu uns passen. Häufig wird empfohlen, aus Holzleisten und Volierendraht so eine Art Fliegengitter zu bauen. Wir mochten aber nicht für ein einziges Fenster ein viel zu großes Stück Volierendraht bestellen und das dann mühevoll auf die richtige Größe zurechtschneiden.

Hier galt wieder unser Maßstab dass wir etwas brauchten, was mit geringem handwerklichen Aufwand und Geschick umsetzbar und rückstandslos wieder entfernbar sein sollte. Also ging ich in den nächsten Baumarkt auf der Suche nach einer Inspiration.

Unsere Lösung – Gitter an Schraubhaken

Fündig wurde ich in der Ecke mit den Teichgittern. Abstand und Stärke der Drähte passten zu unseren Papageien (für Graupapageien sollten es ca. 2,0 bis 2,8 cm Abstand und 0,4 bis 0,5 cm Stärke sein). Die Größe passte so einigermaßen. Wir haben zwei Gitterstücke genommen, welche wir quer übereinander einzeln vor dem Fenster angebracht haben. Sie stehen am Rand rundherum etwas über, aber nicht so weit dass es stört. Als vorteilhaft erwies sich außerdem, dass die Gitter an den kurzen Enden in Form eines schlanken U umgebogen sind. Das erleichtert das Einhängen sehr.

Die Montage war denkbar einfach. Für jedes Gitter wurden vier offene Schraubhaken mit Dübeln an der Wand rund um das Dachfenster befestigt. Dort hängten wir die Gitterstücke einfach ein. Das sieht so aus:

 

Fenstersicherung für Dachfenster im Papageienzimmer

Unser abgesichertes Dachfenster

Der ursprüngliche Plan war, die Gitterstücke zum öffnen und schließen des Fensters komplett auszuhängen. Das ist aber gar nicht nötig. Jedes Gitter lässt sich ganz einfach nur an einer Seite aushängen; an der anderen Seite wirken U-förmigen Gitterkanten in den Schraubhaken wie ein Scharnier. Nun klappen wir nur das untere Gitter auf um an den Fensterknauf heranzukommen. Geöffnet sieht das so aus:

 

Dachfenster mit Fenstersicherung im Papageienzimmer - geöffnet

Geöffnete Fenstersicherung – ein Gitter ist aufgeklappt

Hier noch mal ein größeres Bild der in die Schraubhaken eingehängten Gitter:

 

Befestigung eines Fenstergitters an Dachfenster im Papageienzimmer

In Schraubhaken eingehängte Gitterteile

Diese Konstruktion ist bei uns nun schon seit mehreren Jahren im Einsatz und hat sich in der Praxis bewährt.

Keine Sicherung ist perfekt – Worauf man achten sollte

Allerdings sind auch ein paar Worte zu Risiken und Nebenwirkungen angebracht:

  • Positiver Nebeneffekt – Eddie hat nach einiger Zeit die Gitter als neuen Sport- und Kletterplatz entdeckt. Auch hat er viel Zeit damit verbracht, große Teile der Kunststoffbeschichtung von den Gittern zu entfernen. Also hatten wir sozusagen gleich noch ein prima Spielzeug mit installiert.
  • Beim Anblick von Eddie an dem Gitter hatten wir allerdings übelste Befürchtungen für die Wand rundherum. Wenn die Papageien erst mal entdeckt haben, wie toll man an dem Gitter herumklettern kann, muss man wohl bei Bedarf auch die Wand rund um das Fenster absichern. Wir hatten Glück – aus irgendeinem Grund hat sich Eddie nie für diesen Teil der Wand interessiert.
  • Vorsicht: Wenn man das Gitter öffnet um das Fenster zu öffnen oder schließen, besteht natürlich für kurze Zeit eine ungesicherte Flugbahn nach draußen. Hier sollte man das Verhalten seiner Papageien gut einschätzen können und immer bereit sein, notfalls eingreifen zu können.
  • Noch mal Vorsicht: wenn das Fenster und damit die Gitter recht groß sind, hängen die Gitter in der Mitte etwas durch. Dadurch liegen sie oben und unten nicht mehr an der Wand an. Wenn dann noch ein Pfund Papagei an dem Gitter hängt, ergibt sich oben ein Spalt, durch den sich der Papagei durchquetschen kann. Ich kann mich noch gut an den Schreck erinnern, als Eddie plötzlich sehr vergnügt zwischen geschlossenem Gitter und halb geöffneten Fenster saß. Evtl. muss man oben noch einen Haken in der Mitte anbringen. Wir haben als Notlösung den Spalt zunächst mit einem Handtuch ausgestopft.
  • Zugluft: Es versteht sich von selbst: Papageien sind empfindlich für Zugluft. Ein geöffnetes Fenster im Aufenthaltsraum der Papageien ist toll, doch Durchzug muss unbedingt vermieden werden.

 Unser Fazit zur Absicherung von Dachfenstern

Mit unserer etwas unkonventionellen Gitterkonstruktion hatten wir eine tolle Lösung für unser Dachfenster gefunden. Diese Fenstersicherung hat sich über Jahre in der Praxis bewährt. Sie war preiswert und einfach in der Montage. Nachdem die Papageien aus dem Zimmer ausgezogen sind, ließ sie sich auch genauso leicht wieder entfernen. Die Handhabung war ebenfalls einfach. Auch die Urlaubsbetreuerin für die Papageien kam gut damit klar. Wenn man die möglichen Schwachpunkte stets im Kopf behält, ist unsere Lösung auch hinreichend sicher.

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