Papageienblog

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Wie schützt man Kinder vor Papageien und umgekehrt – Teil 1

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Im vorerst letzten Teil meine Artikelserie Wie schützt man … geht es um Kinder und Papageien. Dabei kann man – wie ich finde – nicht trennen Kinder vor Papageien und Papageien vor Kindern zu schützen. Für mich sind das zwei Seiten der gleichen Medaille. Im ersten Teil erkläre ich, warum man sehr aufmerksam sein sollte, wenn beide aufeinander treffen.

Kinder und Papageien – eine Mischung mit Risiko

Bitte nicht falsch verstehen, Kinder und Haustiere sind grundsätzlich eine tolle Kombination. Kinder profitieren meist sehr von Haustieren und den meisten Tieren bekommt es auch gut, die Aufmerksamkeit einer Person mehr zu erhalten.

Dennoch, jeder der einmal die schmerzhafte Bekanntschaft mit einem Papageienschnabel gemacht hat, weiß was ich meine. Wenn ein Papagei aus welchem Grund auch immer ein einen vorwitzigen Kinderfinger beißen sollte, kann das sehr böse ausgehen. Besonders große Arten können da bis auf den Knochen durchdringen. Das Problem hat zwei Hauptursachen:

Kinder – besonders kleinere – sind meist impulsiv, bewegungsfreudig, spontan, laut und nicht immer geduldig. Sie sind auch nicht so gut darin, die Körpersprache der Papageien richtig zu deuten und sich entsprechend zu verhalten. Damit werden sie vermutlich ziemlich schnell genau das tun, was ein Papagei  als bedrohlich empfindet: hektisch mit den Armen herumfuchteln, dem Vogel zu nahe kommen und ihn ganz einfach erschrecken. Als Fluchttier wird ein Papagei zwar zuerst versuchen, sich aus dieser Situation in Sicherheit zu bringen. Doch wenn er dazu keine Möglichkeit hat, oder sein Revier verteidigen will, kann er auch mal zum Angriff übergehen.
Dieses Problem gilt besonders für Papageien und Kinder, die keinen regelmäßigen Kontakt zueinander haben. Wenn beide praktisch zusammen aufgewachsen sind, kann man meist mehr gegenseitiges Verständnis erwarten.

Kinder sind klein und halten sich auf dem Boden auf. Wenn der Papagei auf einem hohen Sitzplatz sitzt, ist der damit automatisch größer als das Kind. Aus Papageienlogik ist immer der, der am weitesten oben sitzt auch am ranghöchsten. Sa kommt also so ein rangniederer Zwerg auf dem Boden an, dringt in das Revier ein und rackelt wenn es dumm kommt auch noch am Bauer herum. Je nach Temperament kann das den Papageien schon mal veranlassen, dem Kind die aus seiner Sicht richtige Rangfolge klar zu machen.

An dieser Stelle möchte ich nochmal betonen, dass dem Papageien kein Vorwurf zu machen ist. Er verhält sich nur nach seinem genetischen Programm: Revier verteidigen, Rangfolge klären, bei Gefahr „flight or fight“. Außerdem beißt ein Papagei nicht immer gleich um zu verletzen. Auch bei Papageien untereinander kommt in Auseinandersetzungen schon mal der Schnabel zum Einsatz. Schnappt er nach einem anderen Papageien, erwischt er aber meist nur einen Schnabel voll Federn und fügt dem Gegner kaum Schaden zu. Dafür, dass wir Menschen kein schützendes Federkleid haben und Bisse sofort als sehr schmerzhaft empfinden, kann der Papagei ja nichts.

Andersherum werden Kinder für Papageien zwar kaum ausgesprochen gefährlich. Aber ihr typisches Kinderverhalten kann für Papageien die das nicht gewöhnt sind ausgesprochenen Stress bedeuten. Wenn bei uns Kinder zu Besuch sind möchte ich einfach nicht, dass sie meine Papageien ohne böse Absicht im Minutentakt erschrecken und aufscheuchen. Wenn ich hier davon schreibe, Papageien vor Kindern zu schützen, meine ich also hauptsächlich, ihnen unnötigen Stress, Schreckmomente und aus ihrer Sicht bedrohliche Situationen zu ersparen.

Wie erreicht man ein gutes Verhältnis zwischen Kindern und Papageien

Für mich gibt es da drei Strategien. Die muss man natürlich situationsgerecht ausgestalten:

  1. Aufpassen, aufpassen, aufpassen
  2. Dem Kind altersgerecht den richtigen Umgang mit Papageien erklären
  3. Als Grundlage für 1 und 2: Kind und Papagei möglichst gut einschätzen

Die Details dazu erläutere ich in Kürze im zweiten Teil dieses Artikels.

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