Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Wie schützt man Wände und Türen vor dem Papageienschnabel

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Ich habe ja bereits in meinem Post über den Schutz des Inventars vor dem Papageienschnabel versprochen, dass ich auf Wände und Türen gesondert eingehe. Hier ist also mein Bericht, was wir unternommen haben, um die Wohnung selbst so gut es geht vor unseren nagefreudigen Papageien zu sichern. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass es einen 100 %ig sicheren Schutz nicht gibt.

Was Ihr weiterhin wissen solltet, bevor Ihr Euch ein Urteil über unsere kreativen Konstruktionen erlaubt – wir zählen Heimwerkern nicht unbedingt zu unseren Hobbies. Natürlich können wir mit Hammer, Säge und Bohrer umgehen. Doch für ästhetisch ansprechende und handwerklich wertvolle Lösungen fehlen uns Zeit, Lust und Erfahrung. Unsere Konstruktionen fallen eher in die Kategorie „erfüllte seinen Zweck und war einfach zu bauen“. Da wir zur Miete wohnen ist für uns außerdem wichtig, dass sich alles rückstandslos wieder entfernen lässt.

Schraubhaken an Decke und Wänden

Wenn man im Papageienzimmer Sitzäste bereitstellen will, muss man die irgendwie an Decke oder Wänden befestigen. Bei hängen die Äste in einfachen Gliederketten aus dem Baumarkt von der Decke. Natürlich ist das für einen Papageien regelrecht eine Einladung, daran nach oben zu klettern und die Decke mit dem Schnabel zu bearbeiten. Unsere Lösung sind handelsübliche Unterschalen für Blumentöpfe aus Kunststoff. Man wähle einen zur Größe des Vogels passenden Durchmesser, bohre ein Loch in die Mitte, stecke den Untersetzer auf einen ausreichend langen Schraubhaken wie eine riesige Unterlegscheibe und schraube das Ganze in den vorbereiteten Dübel. Fertig! So sieht das Ergebnis aus:

Sicherung der Decke vor nagefreudigne Papageien

Sicherung der Decke vor nagefreudigne Papageien

Wenn der Untersetzer nicht zu klein ist, kommt der Papagei über den Rand hinweg nicht an die Decke. Trotzdem sollte man sich genau überlegen, wo man die Schraubhaken anbringt. Von der Kette auf diesem Bild aus hat es Eddie nämlich mehrfach geschafft, eine Befestigungsschraube des Lampenschirmes abzumontieren:

Sicherung der Decke vor nagefreudigen Papageien

Die Decke ist sicher; die Lampe leider nicht

Ecken und Kanten

Unser Papageienzimmer ist nicht wirklich optimal um darin Papageien zu halten, aber ein anders haben wir nicht. Es ist ein Dachzimmer mit einigen Ecken und Kanten. Dadurch fehlt es stellenweise an Höhe und die Papageien kommen an mehreren Stellen an Kanten, die ihren Schnäbeln prima Ansatzpunkte für ihr zerstörerisches Werk bieten.

Auch hier wurden wir im Baumarkt fündig. Unsere Lösung sind nicht zu dicke Blechstücken. Diese werden mit einen Hammer zu einem Winkelblech umgeschlagen, dann noch Löcher für die Schrauben bohren und an die zu schützende Kante anschrauben. Fertig! Die einfachste Form sieht so aus:

Sicherung von Mauerkanten vor nagefreudigen Papageien

Einfache Sicherung einer Mauerkante

Man kann je nach Bedarf aber auch kompliziertere Formen bauen. So haben wir eine Ecke unseres Dachfensters abgesichert:

Sicherung von verwinkelten Mauerkanten vor nagefreudigen Papageien mit einem Winkelblech

Auch verwinkelte Kanten können so geschützt werden

Solch ein Sicherungsblech funktioniert am besten an Stellen, an die der Papagei mit ausgestrecktem „Schwanenhals“ gerade noch mit dem Schnabel herankommt. Dabei sollte er möglichst nicht mehr die Kanten des Blechs erreichen können – also notfalls das Blech etwas größer wählen. Der Nachteil ist nämlich, dass man mit dieser Hammermethode kaum eine vollkommen ebene Fläche erreichen kann. Schafft es der Papagei, seinen Schnabel oder gar eine Kralle in die Kante des Sicherungsblechs einzuhaken, so kann man sich die ganze Konstruktion eigentlich auch sparen. Dann wird er nämlich daran herumklettern und erreicht nun von seinem neuen Haltepunkt aus einen noch größeren Bereich der Wand. Was dann passieren kann, zeige ich unten noch.

Türen – das Türblatt

Ein überaus beliebter Sitzplatz für Papageien sind geöffnete Türen. Man sitzt oben und hat alles gut im Blick. Leider bekommt das den Türen meist nicht gut, da kein Papagei den ich je erlebt habe seinen Schnabel von der Tür lassen kann.

Man erreicht natürlich schon viel, wenn man ein altes Handtuch oder eine Zeitung über die Tür hängt. Je nach Temperament fliegen die Papageien den Platz dann gar nicht mehr an. Das finde ich aber auch nur teilweise sinnvoll. Irgendwo müssen sie ja sitzen und so lange sie ihren Schnabel stillhalten habe ich da gar nichts gegen.

Also haben wir uns nach einer Lösung umgesehen, die die Papageien nicht stört und die Tür trotzdem etwas schützt. Im Baumarkt haben wir braune Winkelleisten aus Plastik gefunden. Die haben etwa die Farbe unserer Türen. Wir haben jeweils zwei U-förmig übereinander mit einfachen dünnen Nägeln auf die Tür genagelt. Ist schwer zu beschreiben, also einfach anschauen:

Sicherung von Türen vor nagefreudigen Papageien

Zwei Winkelleisten übereinander schützen den oberen Teil des Türblattes

Wie man auf dem Bild schon sehen kann, ist der Schutz natürlich nicht umfassend. Es gibt immer noch genug Holz an das die Papageien heranreichen. Aber besser als nichts. Außerdem hat diese Lösung den Vorteil, dass sie dauerhaft auf der Tür bleiben kann, weil die Tür noch schließt.

Türrahmen und Wand über der Tür

In unserem Papageienzimmer geht die Tür nach innen auf. Die Vögel haben in diesem Zimmer ganztätig Freiflug. Dabei haben sie recht schnell herausgefunden, dass sie auch auf der geschlossenen Tür landen können. Dort saßen sie dann und haben in akribischer Kleinarbeit die Tapete über der Tür entfernt.

Hier haben wir eine Idee nachgebaut, die wir bei Nickis Züchter gesehen haben, als wir sie abgeholt hatten. Wir haben uns wieder ein Blech besorgt, das etwa 20 cm breit und etwas länger als die Tür ist. Ein etwa 3 cm breiter Streifen wurde in Längsrichtung leicht abgeschrägt, mit Löchern versehen und an der Wand über der Tür angebracht. Das breite Ende steht dabei leicht von der Wand ab, ragt dabei natürlich über das Türblatt hinaus und schließt unten so ab, dass man das Türblatt gerade noch öffnen kann. So kann niemand mehr auf der geschlossenen Tür landen:

Sicherung der Wand über der Tür vor nagefreudigen Papageien

Ein Blech und Abklebeband sichern die Wand über der Tür

Von dem Foto ahnt man schon, dass sich damit das Problem zunächst nur verlagert hat. Unsere Flug- und Kletterkünstler saßen nun nicht mehr auf der Tür sondern auf dem Blech darüber und vergnügten sich weiter mit der Tapete.

Ich habe dann alle möglichen Konstruktionen aus Karton und Klebeband ausprobiert, die aber alle nicht gehalten haben. Funktioniert hat letztlich eine Rolle ganz normales Abklebeband aus dem Malerbedarf. Damit habe ich den an der Wand anliegenden Teil des Blechs und die Wand darüber großzügig beklebt. Das muss gar nicht sehr stabil sein, es darf nur nicht abfallen. So finden die Papageien keinen Landepunkt mehr.

Fazit zum Schutz von Wänden, Decken und Türen vor nagefreudigen Papageienschnäbeln

Wie gesagt, nach unserer Erfahrung können all diese Lösungen nur die gröbsten Schäden verhindern. Grundsätzlich kann ich jedem Papageienhalter Folgendes empfehlen:

  • So viel wie möglich erlaubte und interessante Alternativen anbieten
  • Zumindest in dem Bereich, in dem sich die Papageien die meiste Zeit aufhalten, sollte man ein gewisses Niveau an Schäden einfach in Kauf nehmen.
  • Aufpassen, aufpassen, aufpassen

Zum Abschluss: Wer noch weitere gute Ideen hat, darf diese gern über die Kommentarfunktion oder einen Gastartikel mit allen Lesern des Papageienblogs teilen.

Nachtrag: hier gibt es einen weiteren Artikel mit Fotos darüber, wie wir die Wand über der Tür bewachen lassen

 

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4 Kommentare

  1. Die Idee mit dem Blumenuntersetzer ist genial!
    Wir setzen ansonsten auch auf Ablenkung und erlaubtes Schreddermaterial anbieten, was meist auch ganz gut klappt. Momentan sind sie so damit beschäftigt, die Reste vom Weihnachtsbaum zu zerlegen, dass alles andere geschont wird!

    • Das mit dem Weihnachtsbaum ist auch eine gute Idee. Wir haben nämlich versäumt unseren rechtzeitig vor die Tür zu stellen und nun können wir sehen wie wir ihn los werden. Mal sehen, was Eddie davon hält.

  2. Wir wollten auch unsere Decke schützen. Haben uns zwei Plexiglasscheiben gekauft und diese dann entsprechend unserer Wunschgröße r u n d ausgeschnitten.
    Diese wurden dann mit je einem Haken in der Mitte an die Decke gebohrt.
    Von Haken zu Haken haben wir ein Sisalseil angebracht nun erfreut sich unser Papagei und turnt mit Vergnügen darauf.

    • Hallo Renate,
      das ist auch eine gute Idee. Ich hatte schon öfters gelesen, dass Papageienhalter ganze Wände mit Plexiglas schützen. Das scheint ja gut zu funktionieren.

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