Papageienblog

Praxiserprobte Tipps und Erfahrungen für Papageienhalter und solche die es werden wollen

Naturbrut und Handaufzucht bei Mohrenkopfpapageien

Gastbeitag: Das Zusammenleben einer Handaufzucht und einer Naturbrut

| Keine Kommentare

Der folgende Beitrag ist ein Gastartikel von unserem Leser Burak. Er berichtet über die Anschaffung und Vergesellschaftung seiner beiden Mohrenkopfpapageien.
Buraks Geschichte erinnert mich sehr an meine eigene: Schlecht informierte Papageieninteressierte geraten an einen Züchter, dem offensichtlich der Verkauf wichtiger ist als das Wohlergehen seiner Vögel. Auch die Verhaltensunterschiede und die Probleme bei der Zusammenführung einer Handaufzucht und einer Naturbrut sind mir bestens bekannt.
Zum Glück ging für Buraks Papageien alles gut aus. Ich hoffe, sein Erfahrungsbericht hilft anderen Anfängern, unnötige Fehler zu vermeiden. Vielen Dank für diese offene Geschichte.

Ab hier erzählt Burak:

Vor etwa 2 Jahren bin ich mit meiner Freundin zusammengezogen und da wir noch zu jung für Kinder waren, wollten wir uns ein Haustier kaufen, das wir für lange Zeit in unser Herz schließen können. Schnell haben wir uns auf einen Mohrenkopfpapageien geeinigt. Zu Anfang haben wir aber leider keinerlei Idee gehabt, welche Grundvoraussetzungen erfüllt sein müssen, damit der Papagei ein glückliches Leben führen kann. Daher haben wir beschlossen zum nächstgelegenen Papageienzüchter zu fahren und uns dort zu informieren.

Der Züchter hat uns die verschiedenen Papageien in seiner Zucht gezeigt, allerdings spärliche Informationen zu den jeweiligen Arten zukommen lassen. Wir haben uns dann nach einiger Zeit für unseren Mohrenkopfpapagei Chico entschieden. Dieser hatte zusammen mit vielen anderen Mohrenkopf- und Meyerspapageien in einer Außenvoliere gelebt. Wir hatten uns für ihn entschieden, aber hatten leider kein Geld übrig, um uns am selben Tag einen Artgenossen zu kaufen. Als wir den Züchter fragten, ob Papageien nicht mindestens paarweise gehalten werden müssen, verneinte er diese Frage: „Es wäre unbedenklich Mohrenkopfpapageien allein zu halten.“ Wir waren etwas skeptisch, glaubten ihm aber, da er es ja als erfolgreicher Züchter besser wissen müsse.

Zuhause angekommen, haben wir nun Chico sein neues „Nest“ gezeigt. Zu unserem Erstaunen war er völlig aufgebracht und flatterte im Wohnzimmer umher. Er fand einfach keine Ruhe. Der vom Züchter angepriesene handzahme Papagei entpuppte sich schnell als messerscharfer Krummschnabel. Wir haben mit dem Züchter telefoniert und er sagte uns, dass Chico sich in spätestens 5 Tagen an das neue Umfeld gewöhnt und zutraulich wird. Wir waren erneut skeptisch, haben ihm aber blauäugig Glauben geschenkt.

Nach 5 Tagen hat sich keine Besserung gezeigt. Wir konnten Chico weder streicheln noch in seine Nähe gehen. Unsere Finger waren innerhalb weniger Tage mit Bisswunden versehen. Wir haben uns anschließend dazu entschlossen, ihm eine Partnerin zu kaufen. Meine Frau wünschte sich diesmal einen handzahmen Papagei, weswegen wir uns diesmal für eine Handaufzucht entschieden haben.

Nach etwa 3 Tagen haben wir dann unser neues Familienmitglied zu Hause willkommen geheißen. Ihr Name – Coco. Coco war 5 Monate alt und von Anfang an zutraulich und handzahm. Sie hat zu Anfang keinerlei Kontakt zu Chico gesucht – ganz im Gegenteil – sie suchte nur unsere Nähe. Da wurde uns klar, dass Coco leider fehlgeprägt ist.

Wir haben das Zusammenleben der beiden in der Voliere beobachtet und extreme Verhaltensunterschiede feststellen können. Während Chico die Trockenfrüchte mit dem Füßen hielt und aß, hat Coco wie eine Henne ihren Kopf in die Futterschale gehalten und gefressen. Während Chico sein Gefieder täglich pflegte und putzte, hat Coco sich völlig gehen lassen. Chico gönnte sich nahezu täglich ein Bad, Coco hingegen versteckte sich in einer sicheren Ecke, um bloß nicht nass zu werden. Selbst die Laute, die sie von sich gaben, waren unterschiedlich.

Wir haben uns dann die Frage gestellt, ob die beiden sich denn jemals verstehen werden können. Es gab zu Anfang auch einige Revierkämpfe, die Chico für sich entschied. Nach dem die Rangordnung innerhalb der Voliere klargestellt war, kehrte ein wenig Ruhe in den Papageienkäfig.

Naturbrut und Handaufzucht bei Mohrenkopfpapageien

Nautbrut und Handaufzucht – Das kann Probleme geben

Mit der Zeit haben wir beobachten können, dass sie miteinander Balztänze geführt haben. Das Zusammenleben wurde von Tag zu Tag harmonischer. Abends knirschten sie im Kanon die Schnäbel, am Morgen aßen sie gemeinsam das Trockenfutter. Coco lernte auch schnell, wie man mit den Füßen das Futter halten kann und scheute sich auch nicht mehr vor einem Bad. Seit einiger Zeit pflegen sie nun das Gefieder des anderen. Das gegenseitige Füttern findet sogar auch schon statt.

Das sind alles klare Indizien für ein Papageienpaar. Unsere anfänglichen Sorgen einer erfolglosen Zusammenführung von Papageien unterschiedlicher Elternhäuser haben sich glücklicherweise schnell in Luft aufgelöst. Heute sind die beiden ein glückliches und unzertrennliches Paar. Chico´s Art gegenüber uns hat sich seit der Zusammenführung mit Coco auch extrem gebessert. Heute sehen wir, dass er ein glücklicher Mohrenkopfpapagei ist und das lässt er uns auch spüren.

Naturbrut und Handaufzucht bei Mohrenkopfpapageien

Heute leben sie harmonisch zusammen

Wenn Ihr mehr über Chico und Coco, über die Papageienhaltung im Allgemeinen oder aber die richtige Auswahl des Papageienkäfigs lernen wollt, besucht mich gerne auf meiner Website http://papageienkaefigkaufen.de.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit und beste Grüße,

Burak

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Kommentarlinks könnten nofollow frei sein.

anzeigen
verbergen